Wiesbaden/Frankfurt Export legt im Mai unerwartet deutlich zu

DPA 10.07.2012

Die Schuldenkrise im Euroraum kann den Höhenflug der deutschen Exportwirtschaft nicht stoppen. Dank der steigenden Nachfrage aus aller Welt zogen die Ausfuhren im Mai überraschend kräftig an. Nach dem schwachen Vormonat stiegen die deutschen Ausfuhren im Monatsvergleich um 3,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das ist das stärkste monatliche Plus seit März 2011.

Insgesamt verkaufte die deutsche Wirtschaft im Mai Waren im Wert von 92,5 Mrd. EUR ins Ausland. Im Jahresvergleich stiegen die Ausfuhren im Mai um 0,5 Prozent, während die Einfuhren 0,2 Prozent nachgaben. Dabei hinterlässt die Krise in Europa zwar Bremsspuren: Die Exporte in den Euroraum sanken seit Mai 2011 um 2,3 Prozent, in die EU insgesamt gingen sie um 1,5 Prozent zurück. Doch dafür konnte die wettbewerbsfähige deutsche Exportwirtschaft in Drittländern um 3,4 Prozent zulegen.

Die deutsche Elektroindustrie kommt dagegen nicht in die Spur: Die Euro-Schuldenkrise reißt tiefe Löcher in die Bestellbücher. Im Mai gingen 34 Prozent weniger Aufträge ein als im Vorjahresmonat, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie in Frankfurt mit. Die Bestellflaute schlägt nun auch auf Produktion und Umsatz durch. Im Mai lag der Umsatz mit 14,2 Mrd. EUR um 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.