Inflation  Experten: Die Preise steigen kaum

Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft. © Foto: Foto
Frankfurt / Rolf Obertreis 12.05.2017

Allenfalls in zwei Jahren sieht Ulrich Kater, Chef-Ökonom der DekaBank, die Inflationsrate wieder bei etwa 2 ­Prozent und damit bei der Marke, die die Europäische Zentralbank (EZB) als Maß für Preisstabilität betrachtet. Daniel Gros, Direktor des Zentrums für Politische Studien in Brüssel erkennt  keine Faktoren dafür, dass sich das Inflationsumfeld schnell ändern könnte. Er spricht von fast langweiligen Zeiten. Auch im Blick auf die Zinsen. Da wird sich, das wurde gestern bei einer Diskussion des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) und der DekaBank unter dem Motto „Rückkehr der Inflation?“ deutlich, nicht viel ändern. Eigentlich lautet die einhellige Antwort der renommierten Ökonomen: Von Inflation ist mittelfristig wenig zu sehen.

 Aber die Experten räumen ein, dass es mittlerweile viel schwieriger ist, eine Prognose aufzustellen. Die Kritik etwa, dass deutsche Unternehmen zu wenig investierten ist nach Ansicht von Michael Hüther, Chef des Institus der Deutschen Wirtschaft (IW),  so nicht richtig. „Sie investieren vielleicht nicht in Maschinen und Anlagen, aber sie investieren in Menschen und neue Mitarbeiter. Die Beschäftigungsquote in Deutschland war nie so hoch wie derzeit. Genauso wie der Mangel an Fachkräften.“ Öffentliche Investitionen könnten die Preise in Fahrt bringen, dem steht in vielen Euro-Ländern aber die hohe Schuldenlast entgegen, sagt IW-Ökonom Markus Demary.

Hüther sieht derzeit weder Druck durch die Öl- oder andere Rohstoffpreise auf die Inflation. Solche langen stabilen Phasen hat es zuvor fast nie gegeben. ­Folglich seien die Inflationserwartungen niedrig – sie liegen bei 1,5 Prozent mit Blick auf die nächsten 24 Monate. „Diese Erwartungen sind so fest verankert wie nie zuvor“, sagt auch Kater. „Gleichzeitig werden auch die Zinsen nur sehr, sehr langsam steigen“. 

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