Stuttgart 21 Experten uneins über Zukunft des Bahnprojekts

Wie weiter mit der Baustelle von Stuttgart 21? Dazu gibt es morgen in Berlin eine Debatte.
Wie weiter mit der Baustelle von Stuttgart 21? Dazu gibt es morgen in Berlin eine Debatte. © Foto: dpa
Berlin / DPA 10.06.2018

In einer Anhörung im Bundestags-Verkehrsausschuss geht es am Montag um Möglichkeiten eines Aus- oder Umstiegs beim Bahnprojekt Stuttgart 21. Die Fraktion der Linken hat die Sitzung beantragt. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, vertreten durch den Ingenieur Hannes Rockenbauch, argumentiert in ihrer vorab veröffentlichten Stellungnahme, ein Ausstieg sei auch jetzt noch machbar und günstiger als ein Weiterbau. Die Deutsche Bahn hält das Projekt dagegen für unumkehrbar. Bahnchef Richard Lutz hatte allerdings im April im Ausschuss gesagt, dass man „mit dem Wissen von heute“ das Projekt nicht mehr bauen würde.

Der Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart ist seit dem Beginn 2010 immer teurer geworden - unter anderem wegen gestiegener Baukosten, langwieriger Planungsverfahren und Kosten für den Artenschutz. Lag der Kostenrahmen 2009 noch bei 4,5 Milliarden Euro, erhöhte der Bahn-Aufsichtsrat das Volumen Anfang 2018 auf 8,2 Milliarden Euro und verschob die Eröffnung auf 2025.

Aktionsbündnis: Zu geringe Kapazität

Nach Ansicht des Aktionsbündnisses hat der Tiefbahnhof eine zu geringe Kapazität, mehr als 32 Züge pro Stunde lasse er nicht zu, das sei ein Drittel weniger als heute. Außerdem gebe es weiterhin Risiken für Bau und Betrieb. Rockenbauch schlägt vor, den bisherigen Kopfbahnhof zu modernisieren, ihn über das Neckartal an die Neubaustrecke in Richtung Ulm anzubinden und Engpässe auf den Strecken nach Norden und Osten zu beseitigen.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sprach sich gegen einen Baustopp aus. Er schlägt vor, das Projekt in Abschnitte zu zerlegen, damit Teile davon vorzeitig in Betrieb gehen könnten. Teile des Kopfbahnhofs sollten erhalten bleiben, damit die Bahnknoten Stuttgart so leistungsfähig wie bisher bleiben könne. Der Ex-Bahnmanager Thilo Sarrazin, den die AfD als Experten benannt hat, wandte sich angesichts der schon gebauten Tunnel dagegen, Stuttgart 21 einzustellen.

Stellungnahmen der Sachverständigen für die Anhörung

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