Kommentar Thomas Veitinger zu den Auswirkungen des Monsanto-Kaufs Existenz von Bayer ist nicht gefährdet

Foto:Volkmar Könnecke
Foto:Volkmar Könnecke © Foto: Volkmar Könnecke
Ulm / Thomas Veitinger 18.08.2018

Um eines klarzustellen: Weder die Übernahme von Monsanto durch Bayer, noch der deutsche Chemieriese selbst sind durch Gerichtsurteile und die Reaktion an den Börsen gefährdet. Der 63-Milliarden-Dollar-Deal ist schon so gut wie in trockenen Tüchern und Bayer ist wirtschaftlich zu stabil, um unter den Schadenersatzforderungen zusammenzubrechen.

Um aber auch etwas anderes klarzustellen: Die Leverkusener haben es weitaus schwerer, die Wellen nach der Übernahme von Monsanto zu glätten. Einfach dessen Namen verschwinden zu lassen und sich an Produkten, Lizenzen und Patenten zu freuen, klappt nicht. Ob es wirtschaftlich eine gute Idee war, sich das Reputationsrisiko ins Haus zu holen, muss sich zeigen. Wegen Auflagen des US-Justizministeriums war Bayer der Zugang zu detaillierten internen Informationen von Monsanto bisher verwehrt.

Ob es zu Schadenszahlungen in Milliardenhöhe kommt, ist trotz einer Klagewelle aber nicht gesagt. Bayer hatte mit einem Diabetesmedikament in den USA einen ähnlichen Fall erlebt und  sogar an einen Ausstieg aus dem Pharmageschäft gedacht. Am Ende war der Schadenersatz weitaus geringer.

Seinen Ruf jedenfalls hat sich Bayer durch den Kauf des umstrittenen Unternehmens mit seinen möglicherweise krebserregenden und umweltschädigenden Produkten vergiftet.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel