Die Kabinengewerkschaft Ufo hat den Warnstreik der Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter an mehreren deutschen Flughäfen von ursprünglich 5.00 bis 11.00 Uhr bis um Mitternacht verlängert.

Das sagte Daniel Flohr, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft, am frühen Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Bestreikt werden die vier Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress. Es geht um Hunderte Verbindungen an Flughäfen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin oder Hamburg.

Warnstreiks: Auch München und Stuttgart betroffen

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main gab es am frühen Morgen noch keine Beeinträchtigungen. „Bisher spüren wir von dem Warnstreik noch nichts“, sagte eine Sprecherin. Am Flughafen in München wurden hingegen einige Verbindungen gestrichen. „Mal sehen, ob es im Lauf des Tages noch mehr werden“, erklärte ein Sprecher.

In Stuttgart seien sieben Abflüge und sieben Ankünfte der Eurowings gestrichen worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Sonntagmorgen. Über den Tag hinweg sind in Stuttgart demnach rund 50 Flüge von Eurowings geplant. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden waren laut Webseite eine Ankunft und ein Abflug betroffen.

Warnstreiks erst am Freitag angekündigt

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Wenig später hatte die Gewerkschaft Ufo die schon seit Montag angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereiterklärt, 2,0 mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte Ufo nur 1,8 Prozent. Unmittelbar danach schob Ufo weitere Tarifforderungen nach, die Lufthansa in einem Brief umgehend ablehnte.

Ufo hat seine Mitglieder in sämtlichen Lufthansa-Fluggesellschaften zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen, die bis zum 1. November laufen sollen. Für sämtliche Betriebe gibt es unterschiedliche Forderungen.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die Ufo-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

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