Kommentar Thomas Veitinger zum Strategiedialog Automobilwirtschaft Es ist nicht genug

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Ulm / Thomas Veitinger 21.07.2018

Stimmt, der Strategiedialog ist eine gute Idee. Miteinander reden ist immer besser als übereinander. In den Zielen einer sauberen, digitalisierten, autonomen Mobilität sind sich politische und wirtschaftliche Lagern weitgehend einig. Wer will schon nicht weniger Dreck und Verkehrstote auf unseren Straßen? Wer sieht nicht die Gefahr wegfallender Jobs durch einen anderen Antrieb oder weniger Autos? Aber das reicht nicht.

Zunächst muss die leidige Diesel-Problematik gelöst werden. Winfried Kretschmann hat nicht Recht, wenn er weg will von der „ewigen Diskussion um Altlasten“. Das wollen alle. Niemand kann das Thema mehr hören. Aber die vollständige Aufarbeitung ist die Voraussetzung für die vollständige gesellschaftliche Hinwendung auf eine bessere Auto-Zukunft.

Die Mobilität der Zukunft könnte zudem anders aussehen, als wir heute glauben. Noch immer spielt das Auto eine zu zentrale Rolle in den Überlegungen der Hersteller und Politiker. Es gilt, über den Individualverkehr hinaus zu denken. Wo sind die Stadtplaner? Wo sind die Projekte, die sich mit der durchaus realen Tatsache auseinandersetzen, dass Autos künftig technisch sehr ähnlich sein werden und sich nur über das Design und den Bezug der Sitze unterscheiden? 

Dem Dialog fehlen Vergangenheit und Zukunft. Das sollte geändert werden.

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