Kommunikation Es gibt noch 20.000 Telefonhäuschen

So sahen die Telefonzellen ­früher aus.
So sahen die Telefonzellen ­früher aus. © Foto: dpa
Bonn / dpa 16.05.2017
Vor 20 Jahren standen noch 160.000 Zellen in deutschen Städten, heute sind noch 20.000 übrig. Sie lohnen sich allerdings kaum mehr.

Viele Bundesbürger könnten darüber lange Geschichten erzählen: Die Telefonzelle als ein besonderer Ort, an dem Gespräche in Vertrautheit geführt, über Lebenswege und Vieles mehr gesprochen wurde. Doch das Digitale hat die Fernsprecher längst eingeholt. Telefonzellen in Deutschland haben seit vielen Jahren keine Chance mehr auf eine Zukunft.

Die einst so beliebten öffentlichen Fernsprechhäuschen, das erste wurde 1881 in Berlin aufgestellt, werden nach und nach abgebaut. Im Zeitalter von Internet, Smartphone, dem Chatdienst WhatsApp und Tablet gelten Telefonhäuschen als Relikt einer vergangenen Epoche. Trotzdem: Komplett verschwunden sind sie noch nicht. Die Deutsche Telekom betreibe derzeit noch insgesamt knapp 20.000 Telefonhäuschen und -säulen, sagte ein Konzernsprecher auf Anfrage.

Weiterhin zuverlässig

Vor rund 20 Jahren waren es nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes indes noch mehr als 160.000 sogenannte öffentliche Telefonstellen, überwiegend in Form der klassischen gelben oder grauen Telefonzelle. Doch mit der Verbreitung von Handys kam die Wende. Das Geschäft rechnete sich nicht mehr. „Der Mobilfunkausbau und der Telefonzellenabbau, sie gehen Hand in Hand“, heißt es bei der Telekom.

Trotzdem tun die verbleibenden Fernsprecher auch heute noch zuverlässig ihren Dienst: „Es gibt immer noch Orte mit einer hohen Nutzung wie Flughäfen oder Bahnhöfe“, unterstreicht der Telekom-Sprecher. Doch der Unterhalt der Häuschen kostet viel Geld. So fallen vor allem Kosten für Strom, Wartung und Standortmiete an. Städte und Gemeinden dürfen die Telekom dann zwecks Abbaus ansprechen, wenn der Fernsprecher keine 50 € Umsatz mehr im Monat erbringt. Die Grenze zur Wirtschaftlichkeit hatte die Telekom einmal mit 125 € pro Monat angeben.

„Es gibt sie noch, die schönen alten Dinge“, heißt ein Werbespruch eines Warenhauses. Das ist die gute Nachricht für Nostalgiker und jene, die sich eine ausrangierte Telefonzelle in den Garten stellen, zur Duschkabine umbauen oder auch als kleine Bibliothek einrichten wollen. Ab 600 € aufwärts, so der Telekom-Sprecher, könne ein solches Fernsprechhäuschen auch für den Privatgebrauch erworben werden. Nur: Die gelben Zellen sind bereits ausverkauft.

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