Opel Erstmals seit 20 Jahren ein Gewinn

Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën.
Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën. © Foto: Arne Dedert/dpa
Rüsselsheim/Paris / Rolf Obertreis 25.07.2018

Erstmals seit fast 20 Jahren dürfte Opel mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen verbuchen. Im ersten Halbjahr lag der Betriebsgewinn überraschend bei 502 Mio. €, wie Carlos Tavares, Vorstandschef des Opel-Eigentümers PSA Peugeot gestern sagte. Wegen der Kosten für den Umbau des Unternehmens und wegen der Abfindungen für den Personalabbau lag das Plus unter dem Strich bei 30 Mio. €.

Tavares lobte Opel-Chef Michael Lohscheller und seine Führungsriege. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Team Außergewöhnliches leistet.“ Vor allem dank der Übernahme von Opel/Vauxhall schnellte der Fahrzeug-Absatz des französischen Autokonzerns 38 Prozent auf einen neuen Rekord von 2,2 Millionen. Der Umsatz kletterte um 40 Prozent auf 38,5 Mrd. € und der Betriebsgewinn sogar um 48 Prozent auf gut 3 Mrd. €.

Tavares, der als harter Sanierer gilt und der vom Opel-Betriebsrat zeitweise heftig kritisiert wurde, sieht das Unternehmen in Rüsselsheim mittlerweile auf dem richtigen Weg. Nach Angaben von Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon stehe Opel erst am Anfang der Sanierung. Das Unternehmen müsse sich weiter verbessern, um das Niveau des PSA-Konzerns zu erreichen.

Der Umsatz von Opel/Vauxhall lag im ersten Halbjahr bei 9,9 Mrd. €. Eine Vergleichszahl zum ersten Halbjahr 2017 nennen PSA und Opel nicht.

Allerdings waren auch die Aufwendungen von 476 Mio. € vor allem für den Abbau von 3700 der 19 000 Arbeitsplätze in Deutschland hoch. Sie werden auf sozialverträgliche Weise gestrichen, Entlassungen wird es nach der Vereinbarung mit dem Betriebsrat von Ende Mai bis 2023 nicht geben. Bei der Übernahme von Opel zum 1. August vergangenen Jahres beschäftigte das Unternehmen europaweit rund 38 000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

 In Deutschland gingen die Opel-Neuzulassungen im ersten Halbjahr im Jahresvergleich zurück – von 127 700 auf gut 118 500. Der Marktanteil sank von 7,1 auf 6,4 Prozent.

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