Kommentar Rolf Obertreis zur Entschuldigung des Lufthansa-Chefs Einsicht und Demut

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Frankfurt / Rolf Obertreis 29.08.2018

Vor wenigen Tagen rühmte Eurowings-Chef Thorsten Dirks die Erfolge der Lufthansa-Tochter. Das ist alles erfreulich. Und trotzdem sorgte Dirks für Verwunderung. Gab es nicht ein paar Probleme in diesem Frühjahr und Sommer? Waren nicht reihenweise Eurowings-Flüge ausgefallen? Waren nicht viele Passagiere extrem sauer? Von Entschuldigung war bei Dirks nichts zu hören.

Das holte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr jetzt nach. Zu Recht und mit der gebotenen Einsicht und Demut. Was man derzeit den Kunden biete, sei alles andere top, sagte er. Solche Töne hätte es schon früher geben sollen.

Zumal Spohr plausible Gründe anführen kann: Rasantes, unerwartetes Wachstum bei gleichzeitigem Personalmangel, zu wenig Ersatzjets, zu wenig Personal bei den Sicherheitskontrollen, überlastete Flughäfen. Defizite wie in diesem Jahr kann sich eine Top-Airline wie die Lufthansa mit dem Billig-Ableger Eurowings nicht noch einmal erlauben. Zumal Lufthansa-Kunden, die sich teure Business-Tickets nicht leisten können, über immer engere Sitze und Sitzabstände in der Holzklasse klagen.

Mit einem Hinweise hat er allerdings recht: Allein kann die Airline die Probleme nicht lösen. Flughäfen, Flugsicherung und die für Sicherheitskontrollen zuständigen Behörden müssen auch ihren Beitrag leisten.

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