Straßburg Einsätze in Frankreich: Weniger Bürokratie für Handwerk

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) (Erdgeschoss) und die Agentur für Arbeit sind zu sehen. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) (Erdgeschoss) und die Agentur für Arbeit sind zu sehen. Foto: Patrick Seeger/Archiv © Foto: Patrick Seeger
Straßburg / DPA 26.08.2018

Für deutsche Handwerker und Dienstleister in Grenznähe könnte es demnächst einfacher werden, in Frankreich Aufträge anzunehmen. Ein neues Gesetz, das bürokratische Erleichterungen mit sich bringen soll, werde voraussichtlich im September in Kraft treten, sagte Onntje Hinrichs vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in der Grenzstadt Kehl. „Das klingt erst einmal vielversprechend“, sagte Brigitte Pertschy, EU-Beraterin der Handwerkskammer Freiburg.

Nach aktueller Gesetzeslage müssen Betriebe jeden nach Frankreich entsandten Mitarbeiter online anmelden. Für jeden muss zudem ein Vertreter bestimmt werden, der in Frankreich wohnt und Französisch spricht. Die Angestellten müssen viele übersetzte Dokumente mit sich führen. Und wer auf französischen Baustellen arbeitet, muss für jeden einzelnen Einsatz eine Berechtigungskarte beantragen.

„Das treibt unsere Handwerker in den Wahnsinn“, sagte Pertschy. In den vergangenen Jahren hätten sich viele deutsche Handwerksunternehmen vom französischen Markt zurückgezogen.

Mit der Reform sollen die französischen Aufsichtsbehörden Betriebe von den Auflagen ausnehmen dürfen, die regelmäßig Mitarbeiter über die Grenze schicken. Für kurze Aufträge soll es ebenfalls Erleichterungen geben. Wer genau profitiert, muss allerdings noch per Verordnung festgelegt werden. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss der französische Verfassungsrat grünes Licht geben. Er hat für seine Prüfung bis Anfang September Zeit.

Gesetzesprojekt, Frz.

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