Kommentar Dieter Keller zur Sanierung der ICE-Strecken Eine Sache des Preises

Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller
Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 02.10.2018

Seit 27 Jahren sind die ersten Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn von Stuttgart nach Mannheim und von Würzburg nach Hannover im Dauereinsatz. Trotz aller Verspätungsprobleme liefern sie tagtäglich eine Erfolgsgeschichte. Angesichts der Belastung ist es aber kein Wunder, dass jetzt eine Grundsanierung fällig ist – eine große Herausforderung für die Bahn wie für ihre Kunden.

Schienen und Schwellen sowie die Technik lassen sich kaum im laufenden Betrieb erneuern. Wenn dauernd auf dem Nebengleis ICEs mit Tempo 250 vorbeidonnern, sind solche Arbeiten schwer möglich. Daher ist nachzuvollziehen, dass die Bahn die Strecken in den nächsten Jahren abschnittsweise sperrt, auch wenn dies eine große Belastung für die Fahrgäste wie für den Güterverkehr wird.

Nicht einzusehen ist allerdings, dass die Bahn den Fahrgästen im Fernverkehr im Normalfall zum Ausgleich im wahrsten Sinn des Wortes nur ein paar Bonbons verspricht. Denn eigentlich gilt das völlig richtige Prinzip, dass sich die Bahn Tempo bezahlen lässt. Die Fahrt im Regionalzug ist deutlich billiger als im ICE. Solange die angeblichen Express-Züge erheblich länger brauchen, müsste sie die Preise senken. Doch davon ist nicht die Rede. Das ist inkonsequent und wenig kundenfreundlich. Da muss das Staatsunternehmen dringend nachbessern.

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