Trotz der Fortschritte bei den alternativen Antrieben wird der Verbrennungsmotor nach Auffassung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) noch lange eine vorherrschende Rolle spielen. Er werde noch lange Zeit ein wichtiger Antrieb bleiben, sagte der Grünen-Politiker bei der Messe "i-Mobility" in Stuttgart. Selbst wenn das Ziel von 1 Mio. Elektroautos im Jahr 2020 erreicht werde, sei dies gerade einmal etwas mehr als 2 Prozent des deutschen Fahrzeugbestands.

Man müsse es schaffen, dass die Menschen die Fahrzeuge mit Elektroantrieb kauften oder leasten. Die Elektromobilität habe ein großes Ansehen in Deutschland. Die Politik müsse die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Im Südwesten sei jeder sechste Arbeitsplatz von der Autoindustrie abhängig.

Baden-Württemberg ist nach Auffassung von Kretschmann prädestiniert dafür, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Der Südwesten könne erneut das Pionierland sein, in dem das Auto dann zum zweiten Mal erfunden werde.

Anlässlich der Messe befassten sich Experten auch mit dem Thema Sicherung der Energieversorgung. Der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Andreas Jung, forderte stärkere Anstrengungen zur Imageverbesserung der Energiewende. Die Pläne hätten ein Akzeptanzproblem, sagte Jung. Es müsse klar gesagt werden, dass ein Umsteuern zu erneuerbaren Energien Investitionen in neue Infrastruktur wie Leitungen oder Pumpspeicherkraftwerke notwendig mache.

Siemens-Vorstandsmitglied Siegfried Russwurm forderte die Politiker auf, sich Gedanken über die Finanzierung der Energiewende zu machen. Diese sei eine Chance für Deutschland. "Wenn wir beweisen, dass es geht, wird das Modellcharakter haben."

Bislang kommen in Deutschland 80 Prozent des Stromverbrauchs aus konventionellen Energiequellen und 20 Prozent aus Erneuerbaren. Bis zum Jahr 2050 solle das Verhältnis umgekehrt werden.