Meinung Kommentar zu Diesel-Nachrüstung: Durchsichtige Wende

Berlin / Dorothee Torebko 14.09.2018
Unter dem Druck immer neuer Diesel-Fahrverbote will Verkehrsminister Scheuer nun doch Nachrüstungen. Doch die Frage bleibt: Wer zahlt?

Monatelang weigerte sich die CSU, wiederholte ihre Floskeln von der Unwirtschaftlichkeit der Hardware-Nachrüstungen – doch jetzt ist es so weit: Verkehrsminister Scheuer kündigt ein Konzept zu Nachbesserungen an älteren Dieselautos an. Die Chancen, dass bei einigen tausend Fahrzeugen ein technischer Umbau des Motors erfolgt, stehen gut. Es ist ein längst überfälliger Schritt – und ein verzweifelter.

Hersteller zur Finanzierung des Umbaus bewegen

Scheuers Einknicken hatte sich bereits in den Worten der CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) angekündigt, die sich für den Umbau ausgesprochen hatten. Dass sich gerade Bouffier für die Umrüstung stark macht, liegt an den Fahrverboten in Frankfurt, die ab 2019 eingeführt werden. Denn zusammen mit dem Verbot, das viele Bewohner rund um die Pendler-Metropole hart trifft, sah er auch seinen Sieg bei der Landtagswahl in sechs Wochen davonfahren.

Mit dem neuen Vorstoß will die Union dem Bürger vermitteln: Wir kümmern uns und sind nicht der verlängerte Arm der Autoindustrie. Ob das klappt, hängt auch davon ab, ob Scheuer die Hersteller zur Finanzierung des Umbaus bewegen kann. Gelingt ihm das nicht, ist sein Konzept wertlos.

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