Kommentar Michael Gabel zu den Ergebnissen des Luftfahrt-Gipfels Dürftiges Ergebnis

Michael Gabel
Michael Gabel © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Michael Gabel 06.10.2018

Es ist gut, dass man miteinander geredet hat. Das ist genau genommen das einzige Ergebnis des Luftfahrt-Gipfels. Minister, Airline-Chefs und Flughafenbetreiber sitzen sich gegenüber und sagen sich ins Gesicht, was nötig wäre, damit sich das Flughafen-Chaos vom Sommer nicht wiederholt. Das ist nicht schlecht. Besser aber wäre gewesen, die Gespräche hätten zu konkreten Vereinbarungen geführt. Doch die fehlen in dem 25-Punkte-Abschlusspapier.

 Dort ist viel von „wir werden uns dafür einsetzen“ und „wir streben an“ die Rede. Und man verweist auch gern auf die europäische Zuständigkeit etwa bei Fragen der Flugsicherung und den Fluggastrechten. Dabei wäre das Treffen der richtige Ort gewesen, um klare Vorgaben zu machen – den Airlines zum Beispiel für schnellere Entschädigungen bei Flugausfällen, den Flughäfen für die Einrichtung von mehr Warteschlangen bei Sicherheits-Checks. Das war aber offenbar nicht gewollt.

Beim Luftfahrt-Gipfel hat sich wiederholt, was zuvor schon bei ähnlichen Veranstaltungen zum Wohnen und zu den drohenden Diesel-Fahrverboten zu erleben war. Erst werden die Themen verschleppt. Dann, wenn der Problemdruck zu groß geworden ist, soll ein Gipfel auf einen Schlag die Antworten auf alle Fragen liefern soll. Nun sind noch mehr Fragen offen – und der Redebedarf ist nicht weniger geworden.

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