Frankfurt Druckindustrie schöpft Hoffnung

Ist zuversichtlich: Rolf Schwarz, Chef des Bundesverbandes Druck und Medien.
Ist zuversichtlich: Rolf Schwarz, Chef des Bundesverbandes Druck und Medien.
ROLF OBERTREIS 11.07.2012
Ein Lichtblick in der Krise: Die Druckindustrie erholt sich und steigert ihren Umsatz. Große Sportereignisse waren mit der Grund dafür.

Erstmals seit zwei Jahren konnte die deutsche Druckindustrie 2011 Umsatz und Produktion wieder steigern. Der Umsatz der gut 9700 Betriebe summierte sich auf 20,3 Mrd. EUR, ein Plus von 0,7 Prozent. Besonders gut lief es bei den größeren Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern, die sogar um 2,6 Prozent zulegen konnten.

Auch für das laufende Jahr zeigte sich Rolf Schwarz, Präsident des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) gestern in Frankfurt zuversichtlich. Impulse durch die Druckmesse Drupa sowie durch die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele sollen erneut für ein Umsatzplus von 1,5 Prozent sorgen.

Trotz der erfreulichen Entwicklung hat sich die Druckindustrie noch nicht von der Krise 2008 vollständig erholt. "Die Verluste der Vorjahre sind noch nicht wieder aufgeholt", sagt Schwarz. Ursachen seien der schwächere Zuwachs im Export und der anhaltende Rückgang der Ausgaben für Werbung.

Zu mehr als 60 Prozent seien die Druckereien von diesen Ausgaben abhängig. "Der Trend der Werbeverluste setzt sich 2012 fort", sagt Schwarz. Bis Mai hätten Zeitungen eine Einbuße von mehr als 6 Prozent bei den Werbeumsätzen verbucht, bei Publikumszeitschriften seien es knapp 3 Prozent weniger gewesen gelegen.

Der Strukturwandel werde deshalb in der Branche weitergehen. "Viele Unternehmen investieren zwar kräftig. Aber dies geht auch mit Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau einher", sagt Schwarz. 2011 wurden 4000 Stellen gestrichen. Mit 154 500 waren 2,7 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigt als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betriebe schrumpfte um 3 Prozent auf 9700. Immerhin wird die Branche in diesem Jahr nicht mit Tarifverhandlungen belastet. Der Tarifvertrag läuft noch bis Ende 2013.