Ein drohendes Nadelöhr für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ist abgewendet: Land und Bahn haben sich am Freitag auf einen Finanzierungsvertrag für den zunächst nicht vorgesehenen zweigleisigen Ausbau eines Abschnitts bei Wendlingen geeinigt. Vor den Toren der Landeshauptstadt soll die Neckartalbahn aus und in Richtung Reutlingen/Tübingen nun doch kreuzungsfrei an die gerade entstehende Neubaustrecke Stuttgart-Ulm und den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof angeschlossen werden.

Bis zu 100 Millionen Euro soll die sogenannte Große Wendlinger Kurve kosten - vorfinanziert durch das Land. Unter dem Strich teilen sich durch Umschichtungen am Ende der Bund auf der einen Seite, sowie das Land, der Verkehrsverbund VRS und die Region Neckar-Alb auf der anderen das Ganze aber nahezu halbe-halbe.

Möglich macht das der Finanzierungsvertrag, den Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und der zuständige Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla, am Freitag in Stuttgart unterzeichneten. Hermann sagte: „Damit gelingt es in letzter Minute doch noch, einen Engpass im Schienennetz zu vermeiden, über den lange diskutiert wurde.“

Die rund 3,7 Milliarden Euro teure Neubaustrecke Wendlingen-Ulm soll bis 2022 fertig sein. Auf den Tiefbahnhof Stuttgart 21 inklusive aller Brücken und Zubringertunnel müssen die Bahnreisenden aber noch bis Ende 2025 warten. Letzten Kostenschätzungen der Bahn zufolge werden die Bauarbeiten auf Stuttgarter Stadtgebiet dann bis zu 8,2 Milliarden Euro gekostet haben.

Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Wendlinger Kurve