Kommentar Helmut Schneider zur wirtschaftlichen Lage Griechenlands Drama noch nicht vorbei

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Ulm / Helmut Schneider 14.08.2018

Griechenland steuert dieses Jahr auf eine historische Höchstmarke von 32 Millionen Besuchern hin; auf jeden Einheimischen kommen drei Touristen. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht eine gute Nachricht, die dem krisengeplagten  Land Zuversicht geben sollte.

Nach acht Jahren am Tropf der internationalen Geldgeber wird sich der malerische Inselstaat jetzt wieder Geld am Kapitalmarkt holen. Auch das ist eine gute Nachricht – für die griechische Regierung, vor allem aber für Europa und den Euro. Denn der Euro wäre wegen der weitgehend selbstverschuldeten Misere der griechischen Klientelpolitik vor drei Jahren beinahe kollabiert.

Die europäischen Kreditgeber, nicht unwesentlich auch die Deutschen, haben zu Recht Reformen und Einsparungen im griechischen Haushalt verlangt. Die Einkommensverluste hat die Bevölkerung teilweise hart getroffen. Aber ohne einen soliden Haushalt wird kein Kapitalmarkt neues Geld geben.

Die Bilanz der Reformen ist noch enttäuschend. Das gilt für den Arbeitsmarkt genauso wie für das Steuerrecht oder die überbordende Bürokratie. Politiker und Unternehmen blockieren bessere Bedingungen für private Investoren und damit für wirtschaftliches Wachstum.

Nur wenn Athen hier den Durchbruch schafft, ist das griechische und europäische Drama tatsächlich zu Ende.

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