Stuttgart Diskussion um Mauereidechsen könnte vor Gericht landen

Eine Mauereidechse sonnt sich auf den Steinen des Birkenkopfes. Foto: Sina Schuldt/Archiv
Eine Mauereidechse sonnt sich auf den Steinen des Birkenkopfes. Foto: Sina Schuldt/Archiv © Foto: Sina Schuldt
Stuttgart / DPA 19.08.2018

Die Bahn will für das Bahnprojekt Stuttgart 21 in Stuttgart-Untertürkheim einen Abstellbahnhof bauen, ohne die dort lebenden rund 6000 Mauereidechsen umzusiedeln. Für den Fall, dass das zuständige Eisenbahn-Bundesamt (EBA) dazu eine Genehmigung erteilt, schließen Umweltorganisationen nicht aus, den Rechtsweg zu gehen.

„Beim Artenschutz darf man es sich nicht zu einfach machen. Wir haben einen Rückgang der Mauereidechsen, auch im Land“, sagte Christine Fabricius, Naturschutzreferentin von der Umweltorganisation Bund in Baden-Württemberg. Beim Naturschutzbund Nabu sieht man das genauso. „Es kommt selbstverständlich drauf an, dass die Gesetze eingehalten werden müssen, und das bedeutet: Die Tötung der artgeschützten Tiere ist untersagt“, sagte Hans-Peter Kleemann, Chef des Nabu Stuttgart.

Die Stadt Stuttgart hatte vergangene Woche eine Studie veröffentlicht, wonach im Stadtgebiet rund 140 000 der geschützten Mauereidechsen leben - weit mehr als ursprünglich angenommen. Außerdem besagt die Studie, dass es für die Umsiedlung der Tiere keine Ausweichflächen gibt. Die Bahn hofft deshalb auf eine Ausnahmegenehmigung etwa für den Abstellbahnhof, der in Stuttgart-Untertürkheim entstehen soll und für dessen Bau ursprünglich bis zu 6000 Mauereidechsen umgesiedelt werden sollten.

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