Kommentar Dorothee Torebko zu den Auswirkungen des Diesel-Skandals Diesel-Skandal: Kuscheln war gestern

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Dorothee Torebko, Autorenfoto © Foto: swp
Berlin / Dorothee Torebko 12.06.2018

Die Zeit des Kuschel-­Kurses der Politik mit der Automobilindustrie ist vorbei. Lange stellten sich das Bundesverkehrsministerium und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) schützend vor Daimler, VW und Co., um Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Doch Minister Andreas Scheuer scheint den Vorsatz gefasst zu haben, sich nicht mehr alles bieten zu lassen. Gut so.

Die Konzerne haben anscheinend immer noch nicht verstanden, dass sie mit Verschweigen und Betrügen das Renommee der deutschen Industrie gefährden. Statt dem Druck des KBA scheibchenweise nachzugeben, hätte Daimler-Chef Dieter Zetsche sofort reinen Tisch machen müssen. Zu lange tönte er, mit Manipulationen nichts zu tun zu haben. Dass das nicht der Fall ist, muss nun – notfalls vor Gericht – bewiesen werden.

Erst wenn der Diesel-Skandal völlig aufgeklärt ist, kann sich die Branche erholen und nach vorn blicken. Sie hat dann die Möglichkeit, sich auf die wirklich wichtigen Herausforderungen zu konzentrieren, auf das autonome Fahren zum Beispiel, auf die Elektromobilität und auf die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette.

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