Geldanlage Die reale Rendite  ist negativ

Bundesbank-Präsident  Jens Weidmann.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. © Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Frankfurt / Rolf Obertreis 21.08.2018

Selbst Sparer, die verstärkt auf Investmentfonds und Aktien gesetzt haben, mussten im ersten Quartal eine real negative Rendite hinnehmen. Dafür sind zwei Gründe ausschlaggebend: zum einen die seit Jahresbeginn schwächere Entwicklung am Aktienmarkt, zum anderen die deutlich auf aktuell rund 2 Prozent gestiegene Inflationsrate. Deshalb war die Gesamtrendite der Privathaushalte in Deutschland in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit minus 0,8 Prozent das erste Mal seit sechs Jahren wieder einmal negativ.

„Den Unmut der Sparer über die Niedrigzinsen kann ich gut verstehen“, sagt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Lange Zeit habe das Durchschnittsportfolio – Bargeld, Bankeinlagen, Anleihen, Fonds, Aktien und Lebensversicherungen – auch in der Nullzinsphase insgesamt noch ordentlich rentiert.

2016 hatte die reale Rendite solcher Portfolios bei plus 0,9 Prozent gelegen, 2017 war sie sogar auf 1,4 Prozent gestiegen. Im März 2016 hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf das Rekordtief von null Prozent gesenkt. Mit einer zumindest leichten Erhöhung ist nach Ansicht von Volkswirten erst in etwa einem Jahr zu rechnen.

Bankeinlagen haben traditionell mit rund 40 Prozent den höchsten Anteil an den Ersparnissen. Dahinter rangieren Versicherungsansprüche mit etwa 35 Prozent. Investmentfonds mit Anleihen und Aktien kommen auf rund 10 Prozent und Aktien direkt auf etwa 7 Prozent.

Seit Mitte 2016 liegen die realen Renditen von Bankeinlagen im negativen Bereich, mittlerweile bei fast 2 Prozent. Selbst bei Tagesgeld-Konten liegt der Zins allenfalls knapp über null. Alle anderen Anlageformen brachten bis Anfang des Jahres noch eine positive reale Rendite.

Auch Bundesbank-Präsident Weidmann hat immer wieder darauf hingewiesen, dass die niedrigen Zinsen für die privaten Haushalte wie auch für Unternehmen und den Staat ihre Vorzüge haben. Schließlich seien viele auch Häuslebauer und für die sei die Finanzierung bei den niedrigen Zinsen günstig.

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