Co-Working Die Büro-WG

Blick in ein modernes Büro.
Blick in ein modernes Büro. © Foto: Getty Images/Westend61
Frankfurt / Rolf Obertreis 29.08.2018

Nachgefragt werden die Flächen bei weitem nicht nur von Start-ups, sagt José Martinez, Geschäftsführer der Immobilienfirma BNP Paribas Real Estate. „Es ist auch die Old Economy. Anwälte, Journalisten, Wirtschaftsprüfer, Transportunternehmen oder Finanzdienstleister. Alle Branchen erfinden sich irgendwie neu und schauen auf solche Möglichkeiten.“ Solche Möglichkeiten: Das sind kleine Büroflächen, gemietet für ein paar Wochen oder Monate, vielleicht auch für ein oder zwei Jahre, in größeren Einheiten mit anderen Mietern, mit denen man die Infrastruktur, also etwa die Küche, Sanitäranlagen oder den Kopierer teilt. Co-Working ist in Deutschland im Kommen. 2016 war die Nachfrage noch überschaubar, sagt Martinez.

 An der Spitze liegen dabei Berlin und Frankfurt vor Hamburg und München. In der Bundeshauptstadt wurden 2017 rund 60 500 Quadratmeter an Co-Working-Anbieter vermietet, in Frankfurt gut 50 000.

Hauptabnehmer der Flächen ist jeweils der weltgrößte Anbieter, das US-Unternehmen „WeWork“, das allein 2017 in Frankfurt 21 000 Quadratmeter und im ersten Halbjahr knapp 5000 angemietet hat. Mit Design Offices spielt aber auch ein deutsches Unternehmen in diesem Markt eine Rolle. An den gesamten Neuvermietungen von Büroflächen in Frankfurt hat Co-Working mittlerweile einen Anteil von fast 10 Prozent. Ähnlich sieht es in Berlin und München aus. „2016 waren es gerade mal 0,4 Prozent“, sagt Martinez.

Dabei sei die Idee eigentlich nicht neu, solche Flächen gebe es schon seit mehr als 20 Jahren. „Aber WeWork und Co. haben das Thema neu erfunden, mit mehr Flexibilität, schicken Designs, oft in Lofts, die auch Rückzugs­möglichkeiten bieten.“ Dafür sind die Co-Worker dann auch bereit, höhere Mieten zu zahlen. In Frankfurt sind es derzeit im Schnitt rund 29 € pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Durchschnittsmietpreis für klassische Büros lag im ersten Halbjahr bei 18,30 €.

Trotz der zuletzt rasanten Entwicklung ist Co-Working noch eine Nische. Der Anteil am gesamten Büroflächenbestand liegt etwa in Berlin nach BNP-Berechnungen bei 0,6 Prozent oder in München bei 0,3 Prozent. Der Markt, sagt Martinez, werde aber weiter wachsen.

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