Kommentar Die Agrarwirtschaft ist Teil des Problems

Dass Bund und Länder den Landwirten in dieser akuten Situation helfen müssen, steht außer Frage. Aber sie könnten versuchen, in Zukunft steuernd einzugreifen, findet unsere Redakteurin Simone Dürmuth.
Dass Bund und Länder den Landwirten in dieser akuten Situation helfen müssen, steht außer Frage. Aber sie könnten versuchen, in Zukunft steuernd einzugreifen, findet unsere Redakteurin Simone Dürmuth. © Foto: Marc Hörger
Ulm / Simone Dürmuth 30.07.2018
Dass die Landwirte für die Ernteausfälle durch die Trockenheit entschädigt werden, ist legitim. Sie sind aber auch Teil des Problems, findet unsere Redakteurin Simone Dürmuth.

Bund und Länder beraten am heutigen Dienstag, wie sie den Landwirten helfen können. Bauernpräsident Joachim Rukwied hat bereits deutlich gemacht, was er erwartet: eine Milliarde Euro.

Die Forderung ist völlig legitim, die Schäden sind immens, viele Landwirte fürchten um ihre Existenz. Sie haben wahrscheinlich gut und verantwortungsbewusst gewirtschaftet – aber das Wetter gehört nun mal zu den Variablen, die man nicht beeinflussen kann. Und die den Bauern den dicksten Strich durch die Rechnung macht.

Das wird in Zukunft immer häufiger der Fall sein. Wetterextreme werden wohl weiter zunehmen. Die meisten Forscher haben keinen Zweifel mehr daran, dass sich das nur noch mit dem Klimawandel erklären lässt.

Landwirtschaft ist Teil des Problems

Aber die Landwirtschaft ist in dieser Situation nicht nur Opfer. Die Agrarwirtschaft ist Teil des Problems. Sie trägt durch die Emissionen klimaschädlicher Gase wie Methan (Tierhaltung) oder Lachgas (Stickstoffdüngung) maßgeblich zum Klimawandel bei.

Dass Bund und Länder in dieser akuten Situation helfen müssen, steht außer Frage. Aber sie könnten versuchen, in Zukunft steuernd einzugreifen. Denkbar wäre, dass Landwirte, die besonders nachhaltig, umweltverträglich und klimaschonend wirtschaften, auch mehr EU-Subventionen erhalten. Und nicht unbedingt der, der die größten Flächen hat.

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