Kommentar Alexander Bögelein zu den Problemen von Tesla Der Mythos bröckelt

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Paolo Alto / Alexander Bögelein 14.06.2018

Keine Frage: Elon Musk ist einer der erfolgreichsten Unternehmer, einer mit Visionen, einer der als Gründer des Bezahldienstes Paypal und des Elektrobauers  Tesla die Spielregeln alteingesessener Branchen revolutioniert hat. Vor allem ist der gebürtige Südafrikaner ein Marketing-Genie. Der Pionier der Elektromobilität gibt sich als Heilsbringer für Fortschritt und eine bessere Welt.

Jetzt bröckelt der Mythos, den Musk um Tesla geschaffen hat. Die Probleme passen nicht zum kunstvoll errichteten Image. Seit 15 Jahren schreibt Tesla Verluste. Ankündigungen und Zahl der tatsächlich gebauten Model3 liegen weit auseinander. Nun werden Mitarbeiter entlassen. Dass Musk auf kritische Fragen gereizt reagiert, zeigt, wie angespannt er ist. Dabei hat er selbst die Erwartungshaltung in die Höhe getrieben. Damit setzte er die erfolgsverwöhnte Autoindustrie unter Druck, die ihn anfangs noch belächelt hat. Die Branche ist aufgewacht und holt in Sachen E-Mobilität auf.

Musk muss sich dagegen eingestehen, dass er die Komplexität der Massenfertigung unterschätzt hat. Der gefürchtete Jäger mutiert zum strauchelnden Konkurrenten, der den Erfolgsnachweis noch liefern muss. Ob Tesla angesichts der eilig hochgefahrenen Model-3-Produktion sein Qualitätsversprechen in der Breite halten kann, muss Musk erst noch beweisen.