Rund 60 Millionen Mal wurde der Krügerrand seit seiner Erstprägung im Jahr 1967 verkauft, aber was macht gerade eine südafrikanische Münze zur weltweit gefragtesten Anlagemünze? Hauptsächlich natürlich der Inhalt von einer Unze (31,1 Gramm) reinem Gold. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Goldanlagemünzen ist der Krügerrand etwas schwerer und hat einen anderen Farbton. „Die typisch rötliche Farbe der Münze entsteht durch die Zugabe von Kupfer, wodurch sie ihre hohe Kratzfestigkeit erhält“, sagt Andreas Glogger von Glogger & Partner Vermögensverwaltung in Ulm. Die Goldmünze war von der ersten Prägung an gefragt. Als sie  vor 50 Jahren eingeführt wurde, gab es bei Goldhändlern und Banken in der Regel nur Nachprägungen historischer Goldstücke. Der Krügerrand machte den Goldkauf für jedermann unkompliziert.

Einige Nachteile des glänzenden Notgroschens bleiben allerdings immer aktuell, denn er wirft keine Zinsen oder Dividenden ab, die Edelmetallkurse können heftig schwanken und eine sichere Lagerung ist teuer. In Zeiten anhaltend hoher Staatsverschuldungen, Währungssorgen und politischer Unwägbarkeiten ist Edelmetall als Investmentalternative aber trotzdem gefragt. Auch heute macht es Sinn, beim Goldkauf auf vertraute Namen zu setzen, wie etwa die österreichischen „Wiener Philharmoniker“, das kanadische „Maple Leaf“ und ganz besonders den südafrikanischen „Krügerrand“.

Gerade hierzulande ist der Krügerrand besonders beliebt. Der erste Krügerrand wurde von der Kaiserlichen Prägeanstalt in Berlin entworfen und die Münze ist nach dem deutschstämmigen Paul Kruger benannt, der von 1882 bis 1902 südafrikanischer Präsident war. Heute werden über die Hälfte der neugeprägten Krügerrandmünzen im deutschsprachigen Raum verkauft.

Beim Kauf von Edelmetallmünzen sollten Anlagemünzen und Sammlerstücke unterschieden werden. So wird es zum 50. Jubiläum des Krügerrands auch eine limitierte Sonderprägung geben, die über dem reinen Goldpreis verkauft wird. Wie bei allen Sammlerstücken und bei oft in großen Stückzahlen produzierten Sonderprägungen gibt es aber keine Garantie, dass dieser Mehrpreis bei einem Verkauf auch wieder erzielt werden kann.

Sollen Gold- oder Silberstücke als Notgroschen dienen, macht es Sinn, nicht zu große, möglichst gängige Anlagemünzen oder kleinere Barren zu kaufen. In der Regel gibt es von den bekannten Goldstücken auch kleinere Varianten mit einer halbe Unze Feingold oder noch kleineren Stückelungen. Allerdings gilt auch hier, „je kleiner die Münzen sind, desto größer ist in der Regel der Aufpreis zum aktuellen Goldkurs“, warnt Pia Bölingen, Vermögensberaterin der Finum.Private Finance AG in Biberach.

Langfristig hält sie Gold für eine sinnvolle Beimischung zu den sonstigen Vermögenswerten, die aber aufgrund des schon angestiegenen Niveaus  insgesamt nicht mehr als 10 Prozent des Gesamtbesitzes ausmachen sollten.

Kursentwicklung in den vergangenen 15 Jahren


 Interview


„Als Krisenmetall geeignet“

Pia Bölingen, Vermögensberaterin der Finum.Private Finance AG in Biberach über Gold als Investment in Zeiten von Trump, Inflationserwartungen und anderen Sorgen.

Ist Gold als Krisenwährung seit Präsident Trump notwendiger als je zuvor?

Bölingen: Grundsätzlich ist die aktuelle Situation deutlich undurchschaubarer geworden. Daher sind auch größere geopolitische Krisen nicht auszuschließen. Für solche Fälle wäre eine Anlage in Gold als Krisenmetall sicher geeignet.

Viele Experten erwarten aufgrund von Trumps Politik steigende Zinsen, ist das nicht schlecht für den Goldkurs?

Bölingen: Das hängt mit einer gestiegenen Inflationserwartung zusammen, deswegen halten wir grundsätzlich Gold unverändert für ein sehr sinnvolles langfristiges Investment, da es eine nicht beliebig reproduzierbare Währung repräsentiert.

Also jetzt Goldmünzen kaufen?

Bölingen: Münzgold empfehlen wir nur jemandem, der eine sehr pessimistische Weltsicht hat und eine Tauschwährung im Katastrophenfall in Reserve haben möchte. Als Beimischung in einem normalen Anlagemix eignet sich zum Beispiel börsennotiertes physisch hinterlegtes Xetra-Gold besser, hier ist der Abstand zwischen Kauf und Verkaufspreis erheblich geringer und die sichere Lagerung erfordert keinen eigenen Tresor.

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