Kommentar Thomas Veitinger zum Zwischenbericht des US-Aufsehers Der Aufseher hat noch viel Arbeit vor sich

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Ulm / Thomas Veitinger 28.08.2018

Auf den ersten Blick wirkt das Ergebnis geradezu lächerlich. Zwei Verstöße gegen Auflagen soll sich Volkswagen geleistet haben, einer davon: nicht in Manager-Handbücher aufgenommene fünf Fragen. Das hat Monitor Larry Dean Thompson mit seinem 60-köpfigen Team in einem Jahr festgestellt. Über ein Unternehmen, das als Vater des Dieselskandals gilt und der Marktmanipulation, Kartellverstößen und Untreue verdächtigt wird. Ist das Thompsons Ernst?

Ja, aber der frühere US-Staatssekretär soll auch nicht den Skandal juristisch aufklären und strafrechtliche Konsequenzen ziehen. Das ist Sache der Gerichte. Er untersucht, ob sich VW seit den Vorfällen ändert und Verstöße vermeidet. Und da zieht Thompson einerseits ein positives Resümee über die interne Überwachung. Andererseits hat er kürzlich in einem Interview eine weniger autoritäre Struktur angemahnt und eine höhere Bereitschaft, Ideen zuzulassen und schlechte Nachrichten zu akzeptieren. Vermutlich sind die personellen Konsequenzen, die VW jüngst zog, auch eine Reaktion auf entsprechende Forderungen Thompsons.

Es gebe noch viel Arbeit. Mehr, als er anfangs dachte.  Es ist zu hoffen, dass der Monitor aus den 100 000 Seiten Dokumenten und Gespräche mit mehr als 400 Mitarbeitern die richtigen Schlüsse zieht. VW ist ein Meister des Verschleierns.

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