Dekra Dekra fordert Kontrolle von Software-Updates bei Autos

Dekra-Chef Stefan Kölbl präsentierte gute Zahlen.
Dekra-Chef Stefan Kölbl präsentierte gute Zahlen. © Foto: A3537/_Marijan Murat
Stuttgart / David Nau 11.05.2017

Dass in unsicheren Zeiten die Sicherheit hoch im Kurs steht, kann das Stuttgarter Prüfunternehmen Dekra an den eigenen Bilanzzahlen gut ablesen. Im 13. Jahr in Folge ist der international aufgestellte Sicherheitsdienstleister deutlich gewachsen, wie Dekra gestern auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart mitteilte. So stieg der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 6,7 Prozent auf 2,9 Mrd. €. Noch stärker verbesserte sich der Gewinn: Er kletterte um 9,7 Prozent auf 220 Mio. €.

Wichtigste Unternehmenssparte war im vergangenen Jahr die Fahrzeugprüfung. 11 Mio. Autos wurden 2016 in Deutschland von den Dekra-Ingenieuren kontrolliert, weltweit waren es insgesamt 26 Mio. Fahrzeuge. Damit ist Dekra Weltmarktführer. Der Umsatz der Sparte belief sich auf  916 Mio. €.

Strikte Überwachung

Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung im Straßenverkehr forderte Vorstandsvorsitzender Stefan Kölbl eine strikte Überwachung von Software-Updates in Autos. „Prüforganisationen müssen auf dem aktuellen Stand von Software-Updates sein“, sagte Kölbl. Die Autobauer müssten den Prüfern das Auslesen der Fahrzeugdaten ermöglichen, um „digitale Wild-West-Szenen im Straßenverkehr zu vermeiden“. Dafür müsse die Politik die Rahmenbedingungen schaffen.

Strengere Kontrollen fordert Kölbl auch in Bezug auf den Umweltschutz und begrüßt deswegen die Wiedereinführung der Endrohrmessung, die das Bundesverkehrsministerium für Mitte des Jahres angekündigt hat. „Dadurch werden manipulierte Fahrzeuge aufgedeckt.“

Im laufenden Jahr möchte Dekra seinen Wachstumskurs fortsetzen, im ersten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bereits um 10,8 Prozent auf 726 Mio. €. Bis Jahresende will Dekra 1500 neue Jobs schaffen. Im Fokus soll dabei das vernetzte Fahren und die vernetzte Industrie stehen, zwei neue Testfelder dafür sind in Deutschland und Spanien geplant.

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