Börse in Frankfurt Türkei-Krise erfasst Dax

Frankfurt: Händler verfolgen auf ihren Monitoren im Handelssaal der Börse die Kursentwicklung. Foto: Boris Roessler
Frankfurt: Händler verfolgen auf ihren Monitoren im Handelssaal der Börse die Kursentwicklung. Foto: Boris Roessler © Foto: Boris Roessler
Frankfurt/Main / DPA 10.08.2018

Die Türkei-Krise hat den Aktienmarkt erfasst und drückt die Kurse im Dax immer tiefer.

Zuletzt stand der deutsche Leitindex 1,86 Prozent niedriger bei 12.440,23 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich aktuell für den Dax ein Minus von 1,4 Prozent ab.

Börsianer machten erneut auf den internationalen Handelskonflikt zwischen den USA und China, die verschärften US-Sanktionen gegen Russland und die saisonale Schwäche während der Sommermonate aufmerksam.

Vor allem trübt nun aber der rasante Verfall der türkischen Währung Lira die Stimmung. Händler fürchten, dass sich die Nervosität am Devisenmarkt auf den Aktienmarkt überträgt.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 1,17 Prozent abwärts auf 26.667,87 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 1,31 Prozent auf 2909,30 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,69 Prozent auf 3435,13 Punkte.

Einem Medienbericht zufolge sorgt sich inzwischen auch die Europäische Zentralbank (EZB) um Bankhäuser mit starkem Engagement in der Türkei. Vor allem Großbanken wie die spanische BBVA, die französische BNP Paribas und die italienische Unicredit stünden deshalb unterer besonderer Beobachtung, berichtete die „Financial Times“ (FT) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Deutsche Kreditinstitute sind laut Marktexperten in der Türkei offenbar weniger stark engagiert als andere europäische Häuser. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren im Dax 4,4 Prozent und 3,3 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 141,43 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 163,04 Punkte. Den Euro belastete der Kursverfall der türkischen Lira. Die Gemeinschaftswährung rutschte unter 1,15 US-Dollar und kostete zuletzt 1,1448 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag deutlich höher auf 1,1593 (Mittwoch: 1,1589) Dollar festgesetzt.

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