Kommentar zu Monsanto-Übernahme Bayer: Gutes Image auf dem Spiel?

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Ulm / Alexander Bögelein 05.06.2018
Mit der Übernahme Monsantos hat sich Bayer ein Problem aufgeladen. Der Ruf des US-Konzerns ist nicht der beste.

Bayer ist am Ziel: Mit der Eingliederung von Monsanto steigen die Leverkusener zum weltweit größten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln der Welt auf. Der Deal folgt der Logik, wonach Größe in einem umkämpften, stark regulierten Markt mit hohen Entwicklungskosten für Produkte Vorteile bringt. Für die größte Übernahme eines deutschen Konzerns im Ausland bezahlt Bayer einen hohen Preis, zunächst in Form von Auflagen der Aufsichtsbehörden.  Der Konzern musste viel mehr Geschäfte abgeben als geplant. Damit ist fraglich, ob sich die angestrebten Spareffekte verwirklichen lassen.

In der Folge wächst der Einfluss Monsantos in der Agrochemie-Sparte von Bayer deutlich. Wie kein ein anderes Unternehmen steht Monsanto für rücksichtslosen Kapitalismus sowie ruppigen Umgang mit Kritikern und Landwirten. So untersagt der US-Konzern mit Verweis auf das patentgeschützte Saatgut Bauern, die eigene Ernte zum Aussähen zu verwenden.

Angesichts des miesen Images der Amerikaner ist es kein Wunder, dass Bayer den Namen Monsanto aufgibt. Das ändert nichts daran, dass die Unternehmenskulturen wie die Faust aufs Auge passen. Bayer hat sich Offenheit und Fairness auf die Fahne geschrieben. Jetzt sind die Leverkusener gefordert. Wenn sie nicht achtgeben, ruinieren sie ihr Image und werden das neue Monsanto.

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