Der Logistikkonzern Dachser will in Europa ein Netz von abgasfreien Lieferdiensten für Innenstädte aufbauen. Dachser habe rund um die Stuttgarter Fußgängerzone ein vier Quadratkilometer großes Liefergebiet etabliert, sagte Vorstandschef Bernhard Simon am Dienstag in München. Das Unternehmen setze dabei auf elektrische Lastwagen und Lastenfahrräder. „Ähnlich wie in Stuttgart werden wir auch in anderen Städten Projekte dieser Art umsetzen“, sagte Simon.

Derzeit gebe es etwa 20 ähnliche Initiativen in Europa. So seien die Projekte in Köln, Freiburg, Paris und Kopenhagen weit fortgeschritten. Ein Problem ist für das Unternehmen allerdings, dass Elektro-Lkw kaum zu bekommen seien. „Wir hätten ganz gerne mehr“, sagte Simon. Er hofft, dass sich das Angebot in den kommenden Jahren verbessert. Für den Fernverkehr sieht der Dachser-Chef Elektro-Transporter nicht als Alternative für Diesel-Laster. Dort biete eher die Brennstoffzellentechnologie Chancen.

Im vergangenen Jahr sind bei dem Familienunternehmen aus Kempten der Umsatz und die Mitarbeiterzahl deutlich gestiegen. Der Umsatz ohne Zölle und Einfuhrumsatzsteuer kletterte um 5,5 Prozent auf rund 5,6 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl stieg um mehr als 1500 auf etwa 30 600 Beschäftigte. Im laufenden Jahr erwartet Simon ein Umsatzwachstum in ähnlicher Höhe, Ergebniszahlen veröffentlicht Dachser nicht. Das Allgäuer Unternehmen gehört zu den größten Logistikern in Deutschland und hat weltweit knapp 400 Standorte.

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