Die Gastronomie ist eine Branche, die noch immer hart von der Corona-Krise betroffen ist. Von Montag, den 18. Mai 2020 an sollen die Gastronomen ihre Betriebe wieder öffnen. Die Frage ist nur: Wie? Die Verunsicherung ist groß und eine fehlende Perspektive verstärkt das bei vielen Betroffenen.

Corona-Abstandsregel verhindert normalen Betrieb und Umsatz in der Gastronomie

„Wir begrüßen, dass zumindest Teile der Gastronomie wieder öffnen dürfen“, heißt es beim baden-württembergischen Ableger des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. „Allerdings werden die Auflagen dazu führen, dass die Betriebe keine normalen Umsätze erwirtschaften können - das ergibt sich allein schon aus den Abstandsregelungen.“

So groß ist die Unsicherheit wegen bevorstehender Wiedereröffnung der Gastronomie

Nicht zuletzt bei den Corona-Sicherheitsbestimmungen herrscht nach wie vor Unsicherheit. Die Wirte geben ihr Bestes, wenn sie auch nicht immer genau wissen, wie sie das überhaupt bewerkstelligen sollen. „Wir wissen zum Beispiel nicht, wie viele Leute an einem Tisch sitzen dürfen“, sagt Rosario Lamattina, Inhaber des Stuttgarter Restaurants Perbacco. Entsprechende Anfragen von Kunden hat er bereits erhalten, aber: „Vielleicht dürfen ja nur vier an einen Tisch und die anderen müssen zu zweit in eineinhalb Meter Entfernung sitzen?“
Und ob er einen Türsteher braucht, wenn die Gäste ihm den Laden einrennen, wie viel Personal er bereitstellen und wie viele Lebensmittel er einkaufen soll? Alles unklar. Außer einer Tatsache: „Es ist wichtig für uns, wieder zu starten, auch wenn ich nicht weiß, ob es rentabel sein wird.“

Bars und Clubs noch immer ohne Perspektive in der Corona-Krise

Darüber hinaus gebe es viele Betriebe, die nach wie vor keine Öffnungsperspektiven haben, heißt es beim Dehoga. „Bars, Schankwirtschaften, Diskotheken - von einem Ende der Krise und von wirtschaftlicher Normalität ist das Gastgewerbe trotz der ab 18. Mai geltenden Lockerungen noch sehr weit entfernt.“ Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sei weiterhin bedrohlich, betont der Verband und fordert dringend die staatliche Unterstützung der Branche.
Gastronomie und Restaurants Neu-Ulm Mehr Freiraum auch für Wirte in Neu-Ulm

Neu-Ulm

Gesundheitsschutz von Gästen und Mitarbeitern hat höchste Priorität

Dehoga-Vorsitzender Fritz Engelhardt betont, dass die Gastronomie im Land dem Gesundheitsschutz von Gästen und Mitarbeitern höchste Priorität einräumt. „Unsere Branche nimmt die Hygienemaßnahmen ernst. Wir tun alles, damit die Wiedereröffnung unter den gegebenen Bedingungen optimal verläuft.“

Maskenpflicht auch auf Fahrgastschiffen

Neben Restaurants, Biergärten und Campingplätzen wird im Südwesten ab Montag auch die Fahrgastschifffahrt wieder erlaubt. Der entsprechende Passus in der Corona-Verordnung solle noch am Wochenende in Kraft treten, teilten Verkehrsministerium und Tourismusministerium am Freitag mit. „Wie in anderen Verkehrsträgern gilt die Maskenpflicht“, hieß es. In der Fahrgastschifffahrt sei aufgrund des vorhandenen relativ großen Raumes, der Durchlüftung und der Beförderung im Freien das Infektionsrisiko gering, weshalb neben der Maskenpflicht auf eine zusätzliche Abstandspflicht verzichtet werden könne.