Arbeitslosigkeit im Südwesten hat wegen der Corona-Pandemie im April im Vergleich zum Vormonat kräftig zugelegt. Die Zahl der Menschen ohne Job lag bei 250.275, das entspricht knapp 17 Prozent mehr als im Vormonat und sogar 32,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr (3,1 Prozent) auf 4 Prozent.

Alle Personengruppen betroffen

„Seit 1997 ist der Anstieg im Vorjahresvergleich nur 2009 noch höher gewesen“, kommentierte Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die negative Entwicklung. Experten ziehen derzeit oft den Vergleich zur schweren Rezession während der Weltfinanzkrise, die vor gut zehn Jahren die globale Wirtschaft erschüttert hatte.
Vom jetzigen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen seien alle Personengruppen im Südwesten betroffen, hieß es bei der Arbeitsagentur. Betroffen seien vor allem die Branchen der Zeitarbeiter sowie Handel, Kfz-Gewerbe und das Gastgewerbe. „Allerdings konnten wir bereits vor Ausbruch der Corona-Krise eine gebremste Konjunkturentwicklung feststellen.“ Nun aber sei wegen Corona auch die sonst übliche Frühjahrsbelebung ausgeblieben.

Arbeitslosigkeit wäre ohne Kurzarbeit wegen Corona noch höher

Besonders die Kurzarbeitszahlen zeigen die Auswirkung von Corona auf die Wirtschaft. Seit März 2020 haben nach Angaben der Arbeitsagentur 101.086 Südwest-Betriebe Kurzarbeit angemeldet - im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 305 Betriebe. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten beläuft sich auf fast 1,7 Millionen. Noch vor einem Jahr waren nur rund 7000 Menschen in Kurzarbeit. „Ohne die intensive Nutzung der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit allerdings noch weit höher ausgefallen“, sagte Rauch und lobte das Instrument Kurzarbeit, weil es Arbeitsplätze erhalte.