Frankfurt/Berlin Chancen am europäischen Markt verbessert

Frankfurt/Berlin / DPA 09.10.2012
Air Berlin soll der arabischen Airline Etihad den Zugang zum europäischen Markt verbessern und dazu mit Air France/KLM zusammenarbeiten.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hat sich weitere Teile des europäischen Marktes erschlossen. Nach dem Einstieg als Großaktionär bei Air Berlin vereinbarte die aufstrebende Airline aus Abu Dhabi nun eine Kooperation mit dem Lufthansa-Konkurrenten Air France/KLM. Deren Passagiere können künftig mit Etihad-Jets nach Australien oder auf die Malediven düsen, das sogenannte Code-Sharing macht es möglich. Im Gegenzug können die Araber auf Teile des europäischen Air France/KLM-Netzes etwa in die französische Provinz oder nach Skandinavien zurückgreifen.

Das Prinzip "Ein Flug - mehrere Flugnummern der Partner" bringt im Idealfall beiden Seiten zusätzliche Passagiere in die Jets. Es soll auch für die Etihad-Beteiligung Air Berlin gelten, die künftig enger mit Air France/KLM zusammenarbeiten und in einem ersten Schritt sieben zusätzliche Ziele in Frankreich erhalten wird. Etihad hält an der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft knapp 30 Prozent und hat sie mit einem Großkredit vor dem Kollaps bewahrt.

Mit gerade einmal 8,3 Mio. Passagieren, 4,1 Mrd. Dollar Umsatz und einem ersten kleinen Gewinn von 14 Mio. Dollar im vergangenen Jahr ist Etihad zwar kein Riese, hat aber wie alle Airlines vom arabischen Golf mächtige, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne.

Die Kooperation mit Air France/KLM stellt den gerade erfolgten Eintritt Air Berlins in das von British Airways dominierte Bündnis Oneworld deutlich in Frage. "Oneworld ist sekundär" hat Etihad-Chef Paul Hogan überdeutlich erklärt. Branchenkenner hatten ohnehin an den Netzsynergien gezweifelt, da Air Berlin am zentralen deutschen Drehkreuz Frankfurt kaum etwas zu bieten hat.

"Der Zeitpunkt der Kooperation dürfte bei Oneworld schon Befremden auslösen", sagt Commerzbank-Analyst Frank Skodzik. "Langfristig wird sich Air Berlin eher in Richtung Skyteam orientieren." So heißt das Bündnis um den Kern Air France/KLM.