Köln/Berlin Bundesbürger verbrauchen nicht viel mehr Energie

DPA 08.01.2016

Auch 2015 hatte frostig begonnen - dies hat den deutschen Energieverbrauch im vergangenen Jahr leicht in die Höhe getrieben. Er legte um 1,3 Prozent auf 455 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) zu, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in Köln mit. "Im mehrjährigen Vergleich bewegt sich der Energieverbrauch auf niedrigem Niveau", schränkte Geschäftsführer Uwe Maaßen ein. Derweil kommt die Nutzung von Ökostrom in der Bundesrepublik weiter voran: Sie wuchs im abgelaufenen Jahr auf einen Rekordanteil am Strommix.

Energie werde immer effizienter eingesetzt. Deshalb hätten sich das Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und der Zuzug von rund 1 Mio. Menschen kaum auf den Verbrauch ausgewirkt. Um den Temperatureffekt bereinigt wäre er um 1,5 bis 2 Prozent gesunken. Maaßen erwartet jedoch, dass die wachsende Bevölkerung den Trend zu weniger Energiekonsum bremsen könnte: "Die Bevölkerungsentwicklung wirft viele Prognosen über den Haufen." Schätzungen seien schwierig.

Es sei nicht absehbar, wie viele Flüchtlinge 2016 kommen und wie viele bleiben würden. "Diese Menschen brauchen zunächst Wohnung und Heizung, aber irgendwann fahren sie auch mit dem Auto", sagte Maßen. "Deshalb geht der Energieverbrauch vielleicht nicht so schnell zurück, wie sich das mancher gewünscht hätte."