Der Buch- und Mediengroßhändler Koch, Neff&Volckmar (KNV Gruppe) hat am Donnerstag Insolvenz beim Amtsgericht Stuttgart angemeldet. Als Grund nannte das Familienunternehmen überraschend gescheiterte Investorgespräche. Das brachte den Mittelständler, der als Bindeglied zwischen Verlagen und Buchhandlungen dient und rund 590 000 lieferbare Titel ständig am Lager hat, in schwerwiegende finanzielle Schwierigkeiten. Die Firmengruppe zählt nach eigenen Angaben über 1900 Mitarbeiter. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde nach Angaben des Amtsgericht noch nicht bestellt.

Das Unternehmen gilt als einer der führenden Buch- und Mediengroßhändler der Branche. Zuletzt verhandelte das Unternehmen mit einem Investor. Der sprang aber ab. Zuvor waren die Warenkreditversicherer laut Mitteilung nicht bereit gewesen, ihre Limits zu erhöhen. Sie springen bei Zahlungsausfällen bei den Lieferanten ein. „Die Finanzierer des Unternehmens waren auf dieser Basis nicht mehr bereit, das bestehende Engagement weiter fortzusetzen, obwohl seitens der Geschäftsleitung ein valides Fortführungskonzept ohne Investorenlösung vorgestellt wurde.“

Der Mittelständler beliefert eigenen Angaben zufolge insgesamt 5600 Buchhandelsfilialen, davon 4200 in Deutschland, 800 in Österreich und der Schweiz sowie 600 Buchhandlungen in anderen Ländern. Das Unternehmen hat zu diesem Zweck Titel von über 5000 Verlagen ständig auf Lager. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hofft auf eine Fortführung der Geschäftstätigkeit des Familienunternehmens. Da KNV ein wichtiger Akteur auf dem Markt sei, hätte es einen spürbaren Effekt auf die Lieferkette, wenn das Geschäft nicht weitergeführt würde, sagte Hauptgeschäftsführer, Alexander Skipis. „Wir gehen davon aus, dass die jetzt handelnden Personen sich der hohen Verantwortung für die Branche bewusst sind.“

KNV setzt eigenen Angaben zufolge darauf, dass der Verkauf an einen Investor in einem zweiten Anlauf klappt. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren bei Erfurt mit Millionenaufwand ein Logistikzentrum mit einigen Hundert Arbeitsplätzen aufgebaut. Die LKG (Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH) ist nach Unternehmensangaben von der Insolvenz nicht betroffen.

Mitteilung KNV-Gruppe zu Insolvenz