BÖRSENPARKETT: Griechischer Schatten

ROLF OBERTREIS 21.05.2012

In den USA feiern Facebook-Mitarbeiter und Anleger, die Aktien beim größten Internet-Börsengang aller Zeiten ergattern konnten. Hierzulande beklagen vor allem Kleinsparer mit dem für sie ernüchternden Urteil im Telekom-Prozess einen der größten deutschen Börsenflops aller Zeiten und damit saftige Verluste: Es wird wohl nichts aus 80 Mio. EUR Schadensersatz.

Der Börse in Frankfurt gibt freilich weder das eine noch das andere Ereignis Impulse. Alles überschattet derzeit die "Aktie" Griechenland. Gäbe es das Papier tatsächlich, es wäre allenfalls noch ein Penny-Stock. Der Dax ist weiter auf Talfahrt. Seit dem Jahreshöchststand von knapp 7160 Punkten am 16. März geht es fast kontinuierlich nach unten. Auf zuletzt zeitweise weniger als 6300 Punkte. Ein Minus von rund 12 Prozent. Einziger Trost: Verglichen mit dem Endstand 2011 liegt das Börsenbarometer immer noch rund 7 Prozent im Plus.

Aber die Aussichten sind bescheiden. Selbst standhafte Optimisten geraten vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise ins Zweifeln. Auch die guten Wirtschaftsdaten für das erste Quartal in Deutschland können sie nicht im Ansatz beseitigen. Börsen-Stratege Wieland Staud sieht den Dax "in der absolut letzten Rille". Ein Sturz sogar auf 5000 Punkte schließt er nicht aus.