Der Dax ist am Mittwoch nach dem starken Lauf der vergangenen Handelstage auf den höchsten Stand seit Mai 2018 gestiegen.

Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex bis auf knapp 13.188 Punkte zu und schloss letztlich mit einem Plus von 0,24 Prozent auf 13.179,89 Punkten. Der MDax gewann 0,33 Prozent auf 26 962,52 Zähler.

Zu Wochenbeginn hatte der Dax erstmals wieder seit dem vergangenen Jahr die Hürde von 13.000 Punkten übersprungen. Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader hält die Stimmung auf dem Börsenparkett fast schon für „zu gut“. Die derzeitige Rally nehme ein positives Ende im Handelsstreit zwischen China und den USA schon vorweg.

Europaweit blieb die Stimmung ebenfalls gut: Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 rückte um 0,33 Prozent auf 3688,74 Punkte vor und erreichte wieder den höchsten Stand seit Sommer 2015. Auch die Börsen in Paris und London legten zu. In den USA indes wurden nach den jüngsten Rekorden leichte Verluste verbucht.

Im Zuge der Berichtssaison standen vor allem die Dax-Mitglieder Adidas, Wirecard und BMW im Fokus. Trotz besser als erwarteter Quartalszahlen sanken die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas am Indexende um 5,4 Prozent. Börsianer verwiesen auf die bereits hohe Bewertung, die das weitere Potenzial der Aktie begrenze.

Nicht viel besser erging es den Wirecard-Aktien, die um 1,2 Prozent nachgaben. Der Zahlungsabwickler hat Händlern zufolge ein gutes Quartal hinter sich und gab zudem einen ermutigenden Ausblick. Allerdings liegt der Mittelwert der Zielspanne für den operativen Gewinn (Ebitda) im Jahr 2020 laut einem Börsianer nur leicht über der Markterwartung. Die Titel von BMW legten nach einer Berg- und Talfahrt letztlich um 1,0 Prozent zu. Der Autobauer übertraf im dritten Quartal die Erwartungen.

Im MDax zählten die Anteile des Chemikalienhändlers Brenntag mit plus 4,5 Prozent zu den Favoriten. Das besser als erwartet ausgefallene Ergebnis im dritten Quartal und der starke Free Cashflow seien ausschlaggebend gewesen, sagten Analysten.

Schlusslicht im Index der mittelgroßen Unternehmen waren die Papiere des Halbleiterunternehmens Dialog Semiconductor mit Verlusten von 6,7 Prozent. Nach den endgültigen Quartalszahlen machten Anleger angesichts der zuletzt guten Kursentwicklung Kasse. Vor zwei Wochen hatte Dialog mit Eckdaten positiv überrascht. Seitdem hatten sich die Aktien bereits um bis zu elf Prozent erholt. Mit einem Kursgewinn von etwas über 80 Prozent seit Jahresbeginn ist die Aktie zudem die bislang am besten gelaufene im MDax.

Im SDax sprangen die Anteile von Heidelberger Druck nach Halbjahreszahlen um 11,5 Prozent hoch und erreichten wieder das Kursniveau von Mitte Juli. Damals hatte der Druckmaschinenhersteller nach einem schwachen ersten Geschäftsquartal seine Jahresziele gesenkt und so die Aktie auf Talfahrt geschickt.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,33 Prozent am Vortag auf minus 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 144,36 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 170,78 Punkte. Der Euro wurde mit 1,1075 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1090 (Dienstag: 1,1109) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9017 (0,9002) Euro gekostet.