Kommentar André Bochow zu den Arbeitszeiten in Deutschland Bleibende Unterschiede

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Berlin / André Bochow 22.08.2018

In Ostdeutschland arbeitet man länger als in Westdeutschland. Dafür sind die Durchschnittslöhne im Osten deutlich unter denen im Westen. Das ist schon lange so, die Unterschiede waren früher viel größer. Die Arbeitszeitdifferenzen sind nicht ganz unbedeutend, wären aber zu vernachlässigen, wenn dahinter nicht die Sorge vieler Ostdeutscher steckte, sie würden, obwohl sich ihr Leben deutlich verbessert hat,  immer Deutsche zweiter Klasse bleiben.

Fast 30 Jahre nach dem Mauer­fall muss zumindest für die Einkommen festgestellt werden: Der westdeutsche Vorsprung ist nicht geschmolzen und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. In den gar nicht mehr so neuen Bundesländern ist es im Wesentlichen dabei geblieben, der Altbundesrepublik als verlängerte Werkbank zu dienen.

Die Konzernzentralen sind weiterhin im Westen und die Industriestruktur im Osten ist, bei allen Erfolgen,  immer noch kleinteilig. Tariflöhne sind eher die Ausnahme und die Gewerkschaften sind in vielen Bereichen schwach.

Es besteht  derzeit keine Veranlassung zu der Annahme, die ostdeutsche Wirtschaft würde strukturell jemals das Westniveau erreichen. Das gilt auch für die Produktivität, für die Löhne und damit natürlich für die Renten. Es gibt aber keinen Grund, die Ost-West-Teilung bei der Arbeitszeit fortzusetzen.

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