Brandbrief Bahn liegt bei Pünktlichkeit und Gewinn unter dem Plan

 Die Bahn hat weiter mit Verspätungen zu kämpfen.
Die Bahn hat weiter mit Verspätungen zu kämpfen. © Foto: Jens Wolf
Düsseldorf / AFP 10.09.2018

Die Deutsche Bahn liegt Medienberichten zufolge bei der Pünktlichkeit und dem Gewinn deutlich unter ihrem Plan. Konzernchef Richard Lutz zeichne in einem vierseitigen Brief an alle Führungskräfte ein düsteres Bild der Lage, wie „Handelsblatt“ und „Spiegel“ am Montag berichteten. Die „schwierige Situation“ des Staatskonzerns habe sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, zitierten sie aus dem Schreiben. Lutz wolle daher kurzfristig die Kosten senken.

Verspätungen nehmen zu

Die Pünktlichkeit sei „weiter abgerutscht“ und liege im August „bei unter 76 Prozent“, zitierte der „Spiegel“ aus dem Brief. Dies sei schlechter als 2015, als die Bahn mit dem Projekt 2Zukunft Bahn“ gestartet sei. „Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit ist außerdem klar, dass wir 2018 weder die Vorjahreswerte und schon gar nicht unser Ziel erreichen werden. Dieses Ziel ist, dass vier von fünf Fernzügen (80 Prozent) weniger als sechs Minuten Verspätung haben.“

Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen liege „deutlich unter dem Vorjahr und weit weg von unserer Zielsetzung“, schrieb Bahn-Chef Lutz weiter. Er liege im Juni und Juli 160 Millionen Euro unter Plan, daher stehe das bereits auf 2,1 Milliarden Euro reduzierte Ergebnisziel im Risiko. Eine weitere Gewinnwarnung will Lutz laut „Spiegel“ unbedingt vermeiden. Es wäre demnach die dritte in diesem Jahr.

Eine weitere Gewinnwarnung würde „unsere finanzielle Lage weiter destabilisieren und Vertrauen und Goodwill“, die der Konzern beim Eigentümer Staat und der Öffentlichkeit hätten, zusätzlich beschädigen. Lutz wolle daher kurzfristig die Kosten senken, berichteten „Handelsblatt“ und „Spiegel“. Alle Ausgaben müssten „ab sofort“ und „bis auf Weiteres“ genehmigt werden.

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