Kommentar Alexander Bögelein zu den hohen Spritpreisen Benzinpreise: Ein Fall fürs Kartellamt

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Ulm / Alexander Bögelein 01.12.2018

Oh, wie schön! Der Sprit an den Tankstellen wird wieder billiger. Bei den Verbrauchern stellt sich ein wohliges Adventsgefühl ein. Doch sie bezahlen immer noch stark überhöhte Preise.

Was die Benzinlobby zuletzt in Deutschland inszeniert hat, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Schon immer gibt die Branche Preissenkungen am Rohölmarkt verzögert weiter, im November hat sie dieses Verhalten auf die Spitze getrieben. Dazu bediente sie sich der Mär, im Wesentlichen seien die niedrigen Pegelstände für die hohen Preise verantwortlich, gerade so, als ob Raffinerien nicht mit Pipelines, Kesselwagen oder Tanklastzügen versorgt werden. Natürlich hat die eingeschränkte Binnenschifffahrt Heizöl und Sprit verteuert, aber längst nicht in dem Maß, wie es die Branche glauben machen will.

Die Exzesse zeigen vielmehr, wie vorzüglich die Konzerne mit Preisen und Mengen jonglieren. Schon einmal hat das Bundeskartellamt die Branche untersucht. Herauskam die Marktpreis-Transparenzstelle. Dieses Instrument reicht nicht. Wo der Markt versagt und Branchen so ungeniert abkassieren, müssen Kartellamt und Gesetzgeber die Verbraucher besser schützen.

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