Kommentar Alexander Bögelein zu den Plänen von Eon und RWE Beide Seiten profitieren

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Alexander Bögelein 13.03.2018

Diese Überraschung ist den Strom-Schwergewichten Eon und RWE gelungen. Sie elektrisieren mit der geplanten Neuausrichtung nicht nur die Branche, sondern auch die Anleger. Die Nummer eins und zwei auf dem deutschen Markt teilen ihre Geschäfte auf. Eon soll das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhalten, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen.

Von den Plänen profitieren beide Konzerne, deren Angebot  bisher strukturell und regional sehr ähnlich ist. Künftig wird Eon noch stärker im lukrativen Netzgeschäft und im Vertrieb sein. RWE wird im Gegenzug durch die erneuerbaren Energien von Eon gestärkt und wird zum führenden Stromerzeuger in Deutschland, der den schmutzigen Kohlestrom sukzessive durch saubere, erneuerbare Energie ersetzen wird. Die Börsianer feiern die Pläne, die sehr schlüssig erscheinen.

RWE beendet mit dem Deal  den verunglückten Versuch, sein Ökostromgeschäft in der Konzerntochter Innogy zu bündeln. Die wird nun aufgeteilt. Als Verbraucher muss man dem Ende Innogys nicht nachweinen. Die RWE-Tochter ist bisher ein teurer Grundversorger gewesen. Dennoch wird das Kartellamt die erstarkte Marktmacht von RWE genau prüfen. Bei Eon muss man sich weniger Sorge machen. Der Markt für Netzanbieter ist streng reguliert.

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