Immobilien Bauboom deckt Wohnungsbedarf nicht

In Deutschland werden immer mehr Wohnungen gebaut.
In Deutschland werden immer mehr Wohnungen gebaut. © Foto: dpa
Frankfurt/Wiesbaden / dpa 24.05.2017
In Deutschland werden so viele Wohnungen gebaut wie lange nicht mehr - und trotzdem sind es nicht genug. Das lässt Preise und Mieten weiter steigen. Für die Kluft gibt es viele Gründe - und ähnlich viele Vorschläge, was sich gegen sie tun lässt.

In deutschen Städten zeigt sich vielerorts das gleiche Bild. Überall werden Neubauten hochgezogen, am Rand entstehen Wohngebiete und wo Platz ist, stocken Bauherren auf oder quetschen Wohnungen zwischen enge Häuserreihen. Deutschland erlebt einen Bauboom. 2016 wurden hierzulande knapp 278.000 Wohnungen fertig gestellt, so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Doch selbst das reicht nicht, um die Nachfrage zu decken.

Denn dafür müssten 350.000 bis 400.000 Wohnungen pro Jahr entstehen, schätzen das Bundesbauministerium, die Bauwirtschaft und der Mieterbund. Doch seit Jahren hinkt die Zahl der fertigen Wohnungen dem Bedarf hinterher. So wächst das Defizit weiter. Zwar stehen auf dem Land Millionen Wohnungen leer, doch in Städten ist der Mangel groß – auch wegen der Zuwanderung. Wegen des knappen Angebots steigen Preise und Mieten vielerorts immer weiter.

Das Problem verschärfe sich, da in Großstädten falsch gebaut werde, klagt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Da gerade jüngere Menschen dorthin zögen und die Gesellschaft altere, fehlten Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern. „Wir bauen am Bedarf vorbei“, sagt IW-Experte Michael Voigtländer. Auch errichten Investoren oft Luxuswohnungen, die für breite Schichten unbezahlbar sind. Nötig seien jedoch günstige Wohnungen, fordert der Deutsche Mieterbund.

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