Bei der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft EVG ihren Warnstreik beendet. Das sagte ein Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft am Montag. Kunden müssen nach Bahnangaben aber noch den ganzen Tag mit Einschränkungen rechnen, vor allem im Fernverkehr.
„Die Wucht des Streiks macht deutlich, wie groß die Verärgerung der Kollegen darüber ist, dass weiter kein abschlussfähiges Angebot vorliegt“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Sobald die Bahn schriftlich ein verbessertes Angebot vorlege, sei die EVG bereit, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen.
Alle Verspätungen und Zugausfälle für den jeweiligen Bahnhof findest du unter diesem Link.

Wichtige Infos zur Entschädigung

  • Wie komme ich bei Verspätungen zu meiner Entschädigung?
Eine Entschädigung müssen Kunden beim bahneigenen Servicecenter für Fahrgastrechte beantragen. Dafür gibt es entweder im Zug, am Bahnhof oder online zum Ausdrucken ein Formular.
  • Wie viel Geld steht mir zu?
Ab einer Stunde Verspätung am Zielort gibt es ein Viertel vom Ticketpreis zurück. Bei mehr als zwei Stunden ist es die Hälfte. Mit Bahncard 100 gibt es zehn Euro in der zweiten Klasse, wenn der Zug mehr als 60 Minuten zu spät am Ziel ankommt.
  • Geht es auch schneller und unkomplizierter?
Mittlerweile gibt es Anbieter für die Erstattung im Internet. Einer davon ist Zug-Erstattung.de. Man lädt sein Ticket hoch, das System liest die Daten aus und bereitet auf deren Basis den Antrag vor.

Umfrage: Das sagen Bahnreisende zum Streik

Auch Regionalverkehr betroffen

„Es kommt zu sehr starken Beeinträchtigungen im gesamten Regionalverkehr“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Morgen.
Regionale Schwerpunkte in Baden-Württemberg waren den Angaben zufolge der Großraum Mannheim und Karlsruhe. „In Karlsruhe kann es aufgrund des Streiks zu langen Verzögerungen bei der Bereitstellung von Zügen kommen“, hatte ein Sprecher schon am frühen Morgen angekündigt. Die Auswirkungen seien aber auch über die Landesgrenze hinaus zu spüren. „Viele Züge enden vorzeitig, da der Bahnverkehr in Bayern momentan komplett eingestellt ist.“
Auch am Stuttgarter Bahnhof ging zeitweise nichts mehr. An den Anzeigetafeln waren zahlreiche ausfallende Züge oder etwa Verspätungen von 300 Minuten angekündigt. EVG-Mitglieder macht dort mit Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam. „Mehr für uns alle“ stand darauf unter anderem geschrieben - verbunden mit der Forderung nach 7,5 Prozent mehr Geld.
Die EVG hatte ihre Mitglieder in ganz Deutschland zu dem Ausstand aufgerufen und dabei keinen regionalen Schwerpunkt gesetzt.
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Gewerkschaft fordert mehr Lohn

Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will damit im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Am Samstag hatte die EVG die Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen.
Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis Dienstag gültig bleiben, wie die Bahn mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Streiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

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