Frankfurt Bafin hat Boni im Blick

DPA 07.01.2013

Immer wieder sind die Boni-Zahlungen in der Bankenbranche in Verruf geraten. In diesem Jahr will die deutsche Aufsichtsbehörde genau hinschauen. Beim Branchenprimus Deutsche Bank fallen die Vergütungen für 2012 wohl nicht mehr so üppig aus. Der variable Anteil der Vergütung von Investmentbankern etwa könnte im Schnitt um 15 bis 20 Prozent kleiner sein, berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel. "Der Bonustopf wird kleiner, die fetten Jahre sind vorbei", heißt es aus Arbeitnehmerkreisen. Unter anderem koste der Umbau der Bank kurzfristig Geld, auch seien zuletzt 2,5 Mrd. EUR an Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ausgewiesen worden.

Die deutsche Bankenaufsicht plant unterdessen rigorose Kontrollen der Gehälter und Boni in deutschen Banken. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bereitet die Aufsichtsbehörde Bafin in diesem Jahr in großem Umfang Sonderprüfungen der Fixgehälter und Leistungsprämien von Bankern vor. "Es ist wichtig, dass wir prüfen, wie die Banken den neuen Vorschriften für Vergütungssysteme nachkommen", sagte Raimund Röseler, Bafin-Exekutivdirektor für Bankenaufsicht.

Es ist damit zu rechnen, dass vor allem die gut 20 Banken kontrolliert werden, die von der Aufsicht als "bedeutsam" geführt werden: Kreditinstitute mit einer Bilanzsumme von mehr als 10 Mrd. EUR und einem besonders umfangreichen, komplexen oder internationalen Geschäft. Entdecken die Sonderprüfer Rechtsverstöße, muss die Bank sie umgehend beseitigen, sonst drohen Bußgelder oder gar ein Verbot, unangemessene Boni auszuzahlen.