Böhmenkirch Autozulieferer SAM stellt Insolvenzantrag

Böhmenkirch / DPA 22.08.2018

Der Autozulieferer SAM automotive Group mit Sitz im baden-württembergischen Böhmenkirch hat beim Amtsgericht Aalen einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb laufe jedoch in allen Werken unverändert weiter, teilte der Rechtsanwalt Holger Leichtle von der Kanzlei Schultze&Braun (Achern) mit. Das Gericht bestellte ihn zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Antrag sei bereits am Montag eingereicht worden.

Die SAM-Gruppe beschäftigt etwa 1800 Mitarbeiter, die laut Leichtle bis Ende Oktober Insolvenzgeld erhalten. Das Unternehmen fertigt an drei Standorten in Deutschland sowie in Mexiko Dachzierleisten, Zierleisten und Tankdeckelsysteme für die Autobranche. Einen Großteil des Umsatzes erwirtschaftet SAM mit dem VW-Konzern, aber auch Mercedes-Benz, General Motors und Volvo gehören nach Firmenangaben zu den Kunden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete SAM einen Umsatz von rund 280 Millionen Euro.

Wesentliche Gründe für den Insolvenzantrag sind SAM zufolge die Auswirkungen eines Großbrandes im Galvanikbereich eines der Hauptwerke im März sowie eine abgeschwächte Nachfrage. Beide Faktoren hätten zu Umsatzeinbrüchen geführt, die nicht ausgeglichen werden konnten.

„Die Geschäftsleitung hat in den vergangenen Monaten intensiv an verschiedenen Rettungsszenarien gearbeitet“, ließ SAM über die Insolvenzverwaltung erklären. „Alle Beteiligten haben die Bereitschaft gezeigt, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten und auch weiteres Kapital bereitzustellen. Allerdings war die Zeit zu knapp, um eine Möglichkeit außerhalb der Insolvenz zu realisieren.“

Leichtle sieht jedenfalls Chancen: „Ich bin zuversichtlich, dass uns eine Lösung gelingt, zumal der derzeit in der Branche stark diskutierte Wandel vom Verbrennungs- zum Elektromotor keinerlei Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der SAM haben wird.“

Mitteilung der Kanzlei Schultze&Braun

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