Brüssel/Frankfurt Autofabriken zum Teil nur halb ausgelastet

Brüssel/Frankfurt / DPA 09.11.2012

Der Automarkt in Westeuropa steht wegen der angesichts der Schuldenkrise anhaltenden Talfahrt vor einer Kapazitätsanpassung. Nach einer Analyse der Beratungsgesellschaft PwC sind aktuell 15 Automobilwerke so schwach ausgelastet, dass die Hersteller sie auf den Prüfstand stellen müssten. Die Kapazitäten in diesen Werken würden wohl auch auf mittlere Sicht zu höchstens 50 Prozent genutzt. Als untere Grenze für die Profitabilität gelte eine Auslastung von etwa 75 Prozent. Um die Überkapazitäten zu reduzieren, seien Werksschließungen unausweichlich.

Angesichts von drohenden neuen Werksschließungen will die EU-Kommission der kriselnden Autoindustrie zur Seite springen. EU-Industriekommissar Antonio Tajani kündigte ein Maßnahmenbündel an. Zwar will Tajani die Gelder für Entwicklungen in der Autoindustrie aus dem EU-Forschungsbudget von 2014 bis 2020 von derzeit 1 auf 2 Mrd. EUR verdoppeln. Versprechen konnte der Industriekommissar aber noch nichts: Die Hauptstädte und das Europaparlament ringen noch heftig um die Gestalt des künftigen europäischen Haushalts.

Für Elektrofahrzeuge will Brüssel bis zum Sommer 2013 einen Standard für Ladestationen für Elektrofahrzeuge vorgeben. Elektroautos gelten als Zukunftsmarkt, allerdings gibt es noch große Probleme etwa bei Preis, Reichweite und Infrastruktur.