Berlin Ausländer vom Arbeitsmarkt abgekoppelt

Berlin / AFP 18.08.2012
Ausländer sind doppelt so häufig arbeitslos wie Deutsche. Sie profitieren nicht von der anziehenden Konjunktur und gutem Arbeitsmarkt.

Trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeit unter Ausländern noch immer mehr als doppelt so hoch wie unter Deutschen. 2011 betrug die Arbeitslosenquote unter Ausländern 14,6 Prozent, unter Deutschen 6,4 Prozent, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervorgeht.

Die Beschäftigungsquote bei Deutschen von 15 bis 64 Jahren habe zum Stichtag 30. Juni 2011 bei 54,2 Prozent gelegen, unter Ausländern bei 34,3 Prozent, erklärte die Bundesregierung. Die Ausbildungsquote junger Ausländer betrug 33,5 Prozent, die der deutschen Jugendlichen 65,4 Prozent.

Grünen-Arbeitsmarkt-Expertin Brigitte Pothmer kritisierte, die Zahlen des Bundesarbeitsministeriums dokumentierten, dass die Arbeitslosigkeit unter Ausländern "seit nahezu zwanzig Jahren" doppelt so hoch seien wie die von Deutschen. Und Ausländer blieben auch weiter "abgehängt, weil die guten Ausgangsbedingungen am Arbeitsmarkt nicht genutzt wurden". Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) müsse radikal umsteuern, forderte Pothmer. Es müsse mehr Aus- und Qualifizierungsangebote geben, die Arbeitsmarkt-Strategie Deutschlands müsse auf mehr Integration zielen. Zudem müssten anonymisierte Bewerbungsverfahren konsequent umgesetzt werden.

Die Politikerin verwies darauf, dass Ausländer deutlich weniger von der gegenwärtig guten Lage am Arbeitsmarkt profitierten als Deutsche. Die Zahl der deutschen Arbeitslosen habe im Januar 2012 rund 8,5 Prozent niedriger gelegen als noch ein Jahr zuvor. Unter Ausländern habe sich die Arbeitslosenzahl nur um 4,7 Prozent verringert.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen ist die Lage der Ausländer am Arbeitsmarkt indes bewusst: "Insgesamt fällt die bisherige Bilanz der Arbeitsmarkt-Integration von Migranten trotz vielfältiger Bemühungen ernüchternd aus", heißt es im Aktionsplan zur Umsetzung des Integrationsplans.

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