Konjunktur Aufschwung wird etwas gebremst

Weniger Wachstum: Wirtschaftsminister Peter Altmaier.
Weniger Wachstum: Wirtschaftsminister Peter Altmaier. © Foto: Stefan Boness/Ipon
Berlin / Dieter Keller 12.10.2018

Der scheinbar endlose Wirtschaftsaufschwung in Deutschland geht ins zehnte Jahr. Allerdings erfüllen sich längst nicht alle Träume, die es noch vor einem halben Jahr gab. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet für dieses und fürs nächste Jahr mit 1,8 Prozent Wachstum. Er korrigierte damit die Prognose seiner Vorgängerin Brigitte Zypries (SPD) nach unten, die zum Jahresbeginn für 2018 noch von 2,4 Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP)  nach Abzug der Inflation ausgegangen war. 

Die Euphorie, die damals herrschte, ist inzwischen verflogen, und die Regierung ist zu früheren Prognosen zurückgekehrt. Vor genau einem Jahr hatte ­Zypries für 2018 auch nur 1,9 Prozent prgnostiziert. 2016 und 2017 war die Wirtschaft jeweils um 2,2 Prozent gewachsen.

Für die Korrektur nannte Altmaier drei Gründe: Die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskriege kosten international Wachstum. Bei Pkw gibt es einen Zulassungsstau und damit deutlich geringere Verkaufszahlen, weil sich für viele Modelle die Zulassung nach dem neuen Testzyklus WLTP verzögert hat; sie stehen erst einmal unverkauft auf Halde. Hinzu kommt eine Korrektur bei der statistischen Erfassung des BIP. Mögliche negative Folgen des ­Brexit sind nicht berücksichtigt.

Die Importe dürften in diesem und im  nächsten Jahr deutlich stärker wachsen als die Exporte. Altmaier ist das durchaus recht, denn dadurch wird der deutsche Exportüberschuss etwas kleiner, der von manchen Ländern heftig kritisiert wird, allen voran von Donald Trump. Hauptträger des Aufschwungs ist unverändert der Konsum im Inland. Dafür sorgen deutlich steigende Löhne, auch wenn die Inflation etwas anzieht: Nach 1,9 Prozent in diesem Jahr soll sie 2019 bei 2 Prozent liegen.

Angesichts der weiter guten Zahlen sieht Altmaier Spielraum, die Unternehmen zu entlasten. Allerdings wollte er nicht bestätigen, dass er ein Programm von 20 Mrd. € im Jahr vorschlagen will. Dabei handle es sich nur um Überlegungen in seinem Ministerium, die er sich noch nicht zu eigen mache.

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