Dieselskandal Auch Daimler hat betrogen – was Verbraucher wissen müssen

Berlin / Dorothee Torebko 13.06.2018

Tausende deutsche Mercedes-Fahrer stellen sich eine Frage: Was passiert mit meinem Diesel? 774 000 Fahrzeuge, davon 238 000 hierzulande, muss der Autobauer zurückrufen, weil er laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut hat. Was die Rückruf-Aktion für die Verbraucher bedeutet:

Um welche Autos geht es?

Im Transporter Vito, dem Geländewagen-Modell GLC und den Limousinen der C-Klasse sind laut KBA illegale Abschalteinrichtungen verbaut. Betroffen sind Euro-6-Diesel. Diese galten bislang als sauber.

Sollte ich jetzt mein Fahrzeug zur Werkstatt bringen?

Nein. Zunächst muss Daimler eine neue Software entwickeln. Das kann Monate dauern, erklärt ADAC-Jurist Markus Schäpe. Dann muss das KBA diese prüfen – erneut ein monatelanger Prozess. Erst dann schreibt die Behörde die Halter an, die wiederum 18 Monate Zeit haben, zur Werkstatt zu fahren.

Was passiert, wenn ich die neue Software nicht aufspiele?

Dann drohen Fahrverbote. Örtliche Zulassungsbehörden können die Autos stilllegen. „Das wäre bei Daimler-Autos aber erst 2020 der Fall“, sagt Jurist Schäpe. Selbst wenn das KBA ein Schreiben verschickt, können Besitzer Einspruch einlegen und klagen.

Vernichtet eine neue Software Beweise  für eine Klage?

Das ist zu befürchten. Deshalb weigern sich im VW-Skandal Tausende Besitzer, die gegen das Unternehmen klagen, in die Werkstatt zu fahren. „Jeder sollte vorher wissen, ob er vor Gericht ziehen will. Wenn ja, dann könnte er mit einem Software-Update Beweise vernichten“, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale.

Müssen auch andere Besitzer um ihre Wagen bangen?

Ja. „Die deutsche Autobauer werden nicht die einzigen sein, die die Besitzer betrogen haben“, sagt Buttler. Auch der französische Autobauer Renault gerät in Manipulations-Verdacht. Das hat mit einer Kooperation zwischen Daimler und Renault zu tun. Zwar sichern die Franzosen zu, nicht bei der Abgasreinigung getrickst zu haben. Doch Buttler warnt: „Da kommt noch einiges auf uns zu.“

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