Im Stuttgarter Prozess gegen den früheren Chef der Wohnungsbaugenossenschaft Eventus hat die Staatsanwaltschaft siebeneinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Nach Angaben eines Gerichtssprechers beantragte sie am Montag außerdem, dass jeweils mehr als 600 000 Euro aus seinem Vermögen sowie von einer Eventus-Tochterfirma eingezogen werden.

Dem Ex-Genossenschaftschef werden Betrug und Untreue vorgeworfen. Er soll laut Anklage mehr als fünf Millionen Euro von Mitgliedern eingeworben haben, obwohl ihm klar gewesen sei, dass Eventus nicht kostendeckend arbeiten oder gar Gewinne erwirtschaften könne. Außerdem soll er Anleger mit erfundenen Anleihen geprellt haben.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft liegt den Angaben zufolge am oberen Ende eines Strafen-Korridors, den das Gericht in Aussicht gestellt hatte. Die Verteidiger sprachen sich demnach für Haftstrafen am unteren Ende dieses Korridors aus - das wären sechseinhalb Jahre. Das Urteil soll am Mittwoch gesprochen werden.