Pfullendorf Aktionäre und Banken retten Alno

DPA 12.07.2012

Aktionäre und Banken geben dem angeschlagenen Küchenmöbelhersteller Alno eine neue Chance: Investoren schießen fast 50 Mio. EUR frisches Geld in das klamme Unternehmen, Banken erlassen Kredite in Höhe von gut 10 Mio. EUR. Damit habe Alno seine Finanzierung bis 2015 gesichert, sagte Produktionsvorstand Elmar Duffner im oberschwäbischen Pfullendorf. Wirtschaftsprüfer hatten zuletzt gewarnt, dass Alno ohne frisches Geld noch in diesem Monat zahlungsunfähig werden könnte.

Kernstück des Finanzierungskonzepts ist eine Kapitalerhöhung. Sie soll dem seit Jahren mit roten Zahlen kämpfenden Unternehmen 46,2 Mio. EUR frisches Kapital bringen. Sollten sich nicht genügend Investoren finden, werde der Großaktionär IRE, eine Tochter des Hausgeräteherstellers Bauknecht, zur Not sämtliche neuen Aktien kaufen, sagte Vorstandschef Max Müller. Dies zeige, dass wichtige Aktionäre Vertrauen in das Unternehmen hätten. "Die Investoren glauben, dass wir auf einem richtigen Weg sind." Die Münchner Küchenholding, die bislang mit gut 35 Prozent Hauptaktionär ist, habe allerdings kein Interesse an neuen Aktien.

Sie werde nach der Kapitalerhöhung nur noch 5 Prozent am Unternehmen besitzen. Auch die Banken seien zu Zugeständnissen bereit gewesen, sagte Müller. Kredite in Höhe von 55 Mio. EUR müsse Alno nur zu 80 Prozent zurückzahlen.